Der Anschreiben Briefkopf ist das Erste, was Personaler sehen, und er entscheidet in Sekunden über den ersten Eindruck deiner Bewerbung. Ein sauber formatierter Briefkopf signalisiert Sorgfalt, Professionalität und Liebe zum Detail. Trotzdem machen viele Bewerber hier vermeidbare Fehler: falsche Reihenfolge der Angaben, fehlende Kontaktdaten oder uneinheitliche Abstände. In diesem Ratgeber zeigen wir dir exakt, welche Elemente in den Briefkopf gehören, wie du sie nach DIN 5008 korrekt anordnest und welche typischen Fehler du unbedingt vermeiden solltest. Wenn du dein gesamtes Anschreiben von Grund auf aufbauen möchtest, lies zunächst unseren Leitfaden Wie schreibt man ein Anschreiben.
Was gehört in den Briefkopf eines Anschreibens?
Der Briefkopf besteht aus vier klar getrennten Bereichen, die in einer festen Reihenfolge stehen. Jeder Bereich hat eine eigene Funktion und eigene Formatierungsregeln.
1. Absenderangaben
Dein vollständiger Name, Anschrift und Kontaktdaten stehen ganz oben auf der Seite. Die Absenderangaben umfassen:
- Vor- und Nachname (ohne akademische Titel im Briefkopf, es sei denn, sie sind branchenüblich)
- Straße und Hausnummer
- PLZ und Ort
- Telefonnummer (mit Vorwahl, z. B. 030 123 456 78)
- E-Mail-Adresse (professionell, z. B. vorname.nachname@email.de)
Optional kannst du auch ein LinkedIn-Profil oder eine Portfolio-URL ergänzen, wenn die Stelle das nahelegt. Vermeide aber Angaben, die keinen Mehrwert bieten.
2. Empfängerangaben
Direkt unter dem Absenderblock folgt die vollständige Adresse im Anschreiben des Empfängers:
- Firmenname (exakt wie auf der Webseite oder in der Stellenanzeige)
- Abteilung (falls bekannt)
- z. Hd. Frau/Herrn Vorname Nachname (Ansprechpartner)
- Straße und Hausnummer
- PLZ und Ort
Achte darauf, den Firmennamen korrekt zu schreiben, einschließlich der Rechtsform (GmbH, AG, e. V.). Wenn du keinen Ansprechpartner kennst, lässt du die Zeile „z. Hd." weg und recherchierst lieber über die Firmenwebseite oder telefonisch nach.
3. Ort und Datum
Rechtsbündig unter dem Empfängerblock steht das Datum im Anschreiben mit Ortsangabe. Das Format lautet:
Berlin, 15. Januar 2025
Verwende immer den ausgeschriebenen Monatsnamen, nicht die numerische Schreibweise. Zwischen Empfängerblock und Datumszeile steht eine Leerzeile.
4. Betreffzeile
Die Betreffzeile steht zwei Leerzeilen unter dem Datum. Sie wird fett formatiert und nennt den konkreten Bewerbungsgrund:
Bewerbung als Bürokauffrau – Ihre Stellenanzeige auf StepStone
Das Wort „Betreff" oder „Betreff:" wird seit der aktuellen DIN-5008-Norm nicht mehr vorangestellt. Die Betreffzeile sollte eine Zeile lang sein und die genaue Stellenbezeichnung enthalten.
Briefkopf im Anschreiben nach DIN 5008
Die DIN 5008 regelt die Gestaltung von Geschäftsbriefen in Deutschland und gilt als verbindlicher Standard für formelle Bewerbungen. Für den Briefkopf legt sie folgende Maße und Regeln fest:
Seitenränder:
- Links: 2,5 cm
- Rechts: 2,0 cm (mindestens 1,0 cm)
- Oben: 2,0 cm bis zum ersten Textfeld
- Unten: 2,0 cm
Absenderfeld: Die Absenderangaben beginnen bei 4,5 cm vom oberen Seitenrand. Im sogenannten Form-B-Briefkopf (Standardform für Bewerbungen) stehen sie in der Regel linksbündig.
Anschriftenfeld: Das Empfängerfeld beginnt bei 5,08 cm vom oberen Seitenrand und hat eine Höhe von exakt 4,5 cm (9 Zeilen). Es umfasst drei Zonen: eine Zusatz- und Vermerkzone (3 Zeilen) und die eigentliche Anschrift (6 Zeilen).
Schrift:
- Schriftgröße: 11 pt oder 12 pt (11 pt ist der Standardwert)
- Zeilenabstand: 1,0 bis 1,15 (Einfach oder leicht vergrößert)
- Empfohlene Schriftarten: Arial, Calibri, Times New Roman oder Helvetica
Abstände im Briefkopf:
- Zwischen Absender und Empfänger: 1 Leerzeile
- Zwischen Empfänger und Datum: 1 Leerzeile
- Zwischen Datum und Betreffzeile: 2 Leerzeilen
- Zwischen Betreffzeile und Anrede: 1 Leerzeile
Wenn du das komplette Anschreiben-Format nach DIN 5008 kennenlernen möchtest, findest du auf der verlinkten Seite alle weiteren Details zu Textformatierung, Seitenaufbau und Grußformel.
Schritt für Schritt: Briefkopf gestalten
Folge dieser Anleitung, um deinen Briefkopf in Word, Google Docs oder einem anderen Textprogramm korrekt aufzusetzen.
Schritt 1 – Seitenränder einstellen: Öffne ein neues Dokument und setze die Seitenränder: links 2,5 cm, rechts 2,0 cm, oben und unten jeweils 2,0 cm. In Word findest du diese Einstellung unter „Layout" > „Seitenränder" > „Benutzerdefinierte Seitenränder".
Schritt 2 – Schriftart und -größe wählen: Wähle eine gut lesbare Schriftart wie Arial oder Calibri in 11 pt. Stelle den Zeilenabstand auf 1,0 oder 1,15 und den Absatzabstand auf 0 pt (vor und nach).
Schritt 3 – Absenderangaben eintragen: Beginne linksbündig mit deinem vollständigen Namen, darunter Straße und Hausnummer, PLZ und Ort. In der nächsten Zeile folgst du mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Du kannst Telefon und E-Mail auch durch einen Mittelpunkt (·) oder Trennstrich in eine Zeile setzen.
Schritt 4 – Empfängerangaben einfügen: Lasse eine Leerzeile nach dem Absender. Trage dann den Firmennamen, ggf. die Abteilung, den Ansprechpartner mit „z. Hd.", die Straße und die PLZ mit Ort ein. Jede Angabe steht in einer eigenen Zeile.
Schritt 5 – Datum rechtsbündig setzen: Lasse eine Leerzeile nach dem Empfängerblock. Setze das Datum mit Ort rechtsbündig: „Berlin, 15. Januar 2025". Verwende den ausgeschriebenen Monatsnamen.
Schritt 6 – Betreffzeile ergänzen: Lasse zwei Leerzeilen nach dem Datum. Schreibe die Betreffzeile linksbündig und formatiere sie fett. Nenne die exakte Stellenbezeichnung und ggf. die Referenznummer.
Schritt 7 – Anrede und Fließtext: Lasse eine Leerzeile nach der Betreffzeile und beginne mit „Sehr geehrte Frau Schmidt," oder „Sehr geehrter Herr Müller,". Danach folgt eine Leerzeile und der eigentliche Bewerbungstext.
Anschreiben Briefkopf – Vollständiges Muster
Ersetze die Platzhalter durch deine eigenen Daten. Achte auf die korrekte Reihenfolge und Abstände.
Betreff: Bewerbung als Sachbearbeiterin – Referenznummer 2025-0042

Häufige Fehler im Briefkopf des Anschreibens
Selbst ein inhaltlich starkes Anschreiben verliert an Wirkung, wenn der Briefkopf Fehler enthält. Hier sind die häufigsten Stolperfallen:
1. Fehlende Kontaktdaten: Manche Bewerber vergessen die Telefonnummer oder nutzen eine unprofessionelle E-Mail-Adresse wie „cooler_max99@web.de". Personaler müssen dich schnell erreichen können. Verwende eine seriöse E-Mail-Adresse und gib immer eine aktuelle Telefonnummer an.
2. Falsche Reihenfolge der Elemente: Der Absender steht immer über dem Empfänger, nie umgekehrt. Das Datum steht unter dem Empfängerblock, nicht darüber oder neben dem Absender. Die Betreffzeile kommt vor der Anrede, nicht danach.
3. Uneinheitliche oder falsche Abstände: Zu viele oder zu wenige Leerzeilen zwischen den Blöcken wirken unordentlich. Halte dich an die DIN-5008-Vorgaben: eine Leerzeile zwischen Absender und Empfänger, eine zwischen Empfänger und Datum, zwei zwischen Datum und Betreffzeile.
4. „Betreff:" als Präfix verwenden: In der aktuellen DIN 5008 ist das Wort „Betreff:" nicht mehr vorgesehen. Schreibe einfach den Inhalt der Betreffzeile fett, ohne das Wort „Betreff" voranzustellen.
5. Foto im Briefkopf: In Deutschland gehört das Bewerbungsfoto auf den Lebenslauf, nicht in den Briefkopf des Anschreibens. Ein Foto im Briefkopf verschiebt die Formatierung und wirkt unüblich.
6. Falscher Firmenname oder Ansprechpartner: Prüfe Firmennamen, Rechtsform und den Namen des Ansprechpartners sorgfältig. Ein falsch geschriebener Name hinterlässt den Eindruck von Nachlässigkeit.
7. Veraltete oder dekorative Schriftarten: Comic Sans, Brush Script oder andere dekorative Schriften sind tabu. Bleibe bei professionellen Schriftarten wie Arial, Calibri oder Helvetica in 11 pt.
Moderner vs. klassischer Briefkopf
Nicht jede Bewerbung muss streng nach DIN 5008 formatiert sein. Je nach Branche und Unternehmen kann ein moderneres Layout sinnvoll sein. Hier ein Vergleich.
Klassischer Briefkopf (DIN 5008)
- Alle Angaben linksbündig, Datum rechtsbündig
- Keine grafischen Elemente, keine Farben
- Klare Trennung durch Leerzeilen
- Standardschrift in 11 pt
- Ideal für: Behörden, Banken, Versicherungen, Kanzleien, öffentlicher Dienst
Der klassische Aufbau ist die sichere Wahl, wenn du dich bei einem eher konservativen Arbeitgeber bewirbst. Er zeigt, dass du formale Standards kennst und einhältst.
Moderner Briefkopf
- Absenderangaben in einer Kopfzeile oder als Leiste am oberen Seitenrand
- Dezenter Einsatz von Farbe (ein Akzentton, z. B. für eine Trennlinie oder den Namen)
- Schriftmischung: z. B. Name in einer serifenbetonten Schrift, Fließtext in einer serifenlosen
- Icons für Telefon, E-Mail und Adresse statt Beschriftung
- Empfänger und Datum wie im klassischen Format darunter
- Ideal für: Agenturen, Start-ups, Kreativberufe, Marketing, Design
Ein modernes Layout kann dich positiv abheben, wenn die Branche Kreativität schätzt. Achte aber darauf, dass die Lesbarkeit nicht unter dem Design leidet und alle Pflichtangaben vollständig vorhanden sind. Weitere Ideen zur Gestaltung findest du auf unserer Seite zum Anschreiben-Layout.
Unabhängig davon, ob du dich für den klassischen oder modernen Stil entscheidest: Die Grundstruktur bleibt gleich. Absender, Empfänger, Datum und Betreffzeile müssen immer vorhanden sein. Der Unterschied liegt nur in der visuellen Gestaltung. Wenn du dir bei der Wahl unsicher bist, starte mit einer unserer Anschreiben-Vorlagen, die beide Stile abdecken.
Häufige Fragen zum Anschreiben Briefkopf
Was gehört in den Briefkopf einer Bewerbung?
In den Briefkopf gehören deine vollständigen Absenderangaben (Name, Adresse, Telefon, E-Mail), die Empfängeradresse des Unternehmens mit Ansprechpartner, Ort und Datum sowie die Betreffzeile mit der genauen Stellenbezeichnung. Achte darauf, dass alle Angaben aktuell und korrekt sind. Eine ausführliche Anleitung zur korrekten Adresse im Anschreiben findest du auf der verlinkten Seite.
Wie sieht ein Briefkopf nach DIN 5008 aus?
Nach DIN 5008 stehen die Absenderangaben linksbündig oben, gefolgt vom Empfängerfeld mit maximal 9 Zeilen. Das Datum mit Ortsangabe wird rechtsbündig gesetzt. Die Betreffzeile folgt zwei Leerzeilen unter dem Datum und wird fett formatiert. Der linke Seitenrand beträgt 2,5 cm, der rechte mindestens 2,0 cm. Empfohlen wird eine Schriftgröße von 11 pt in Arial oder Calibri.
Muss der Briefkopf eine bestimmte Schriftgröße haben?
Die DIN 5008 empfiehlt 11 pt als Standardgröße für den Fließtext, was auch für den Briefkopf gilt. Deinen Namen kannst du optional etwas größer setzen (12 bis 14 pt), damit er als Überschrift erkennbar ist. Verwende aber nicht mehr als zwei verschiedene Schriftgrößen im gesamten Anschreiben, um ein einheitliches Bild zu wahren. Mehr dazu im Leitfaden zum Anschreiben-Format.
Soll ich mein Foto in den Briefkopf setzen?
Nein. Das Bewerbungsfoto gehört in Deutschland auf den Lebenslauf oder das Deckblatt, nicht in den Briefkopf des Anschreibens. Ein Foto im Briefkopf verschiebt die Formatierung, nimmt Platz weg und entspricht nicht den Gepflogenheiten. Seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist ein Foto ohnehin freiwillig.
Wie gestalte ich den Briefkopf bei einer E-Mail-Bewerbung?
Bei einer E-Mail-Bewerbung bleiben die Briefkopf-Angaben im Anschreiben als PDF-Anhang unverändert. Das Anschreiben wird nicht in den E-Mail-Text kopiert, sondern als eigenständiges PDF mit vollständigem Briefkopf angehängt. In der E-Mail selbst stehen nur ein kurzer Begleittext, dein Name und der Verweis auf die Anhänge. Achte darauf, den Dateinamen klar zu benennen, z. B. „Anschreiben_Vorname_Nachname.pdf". Weitere Tipps findest du im Datum im Anschreiben, wenn du unsicher bist, welches Datum du bei digitalen Bewerbungen verwenden solltest.