Die DIN 5008 ist die zentrale Norm für Geschäftsbriefe in Deutschland und damit auch der wichtigste Formatierungs-Leitfaden für dein Bewerbungsanschreiben. Sie regelt alles, was mit dem äußeren Erscheinungsbild zu tun hat: Seitenränder, Abstände, die Position des Anschriftfeldes und die Platzierung von Datum und Betreffzeile. Wer die DIN 5008 korrekt umsetzt, signalisiert Sorgfalt und Professionalität, bevor ein einziges Wort des Inhalts gelesen wird. Auf dieser Seite findest du sämtliche Maße, Regeln und Zonen der DIN 5008, die für dein Anschreiben relevant sind, ergänzt durch ein vollständiges Beispiel und eine Entscheidungshilfe, wann du die Norm strikt einhalten solltest. Wenn du einen breiteren Überblick über die gesamte Gestaltung suchst, lies unsere Seite zum Anschreiben Format.
Was ist die DIN 5008?
DIN 5008 ist eine vom Deutschen Institut für Normung (DIN) veröffentlichte Schreib- und Gestaltungsregel für die Textverarbeitung. Die Norm legt fest, wie Geschäftsbriefe, E-Mails und andere geschäftliche Dokumente aufgebaut und formatiert werden. Die aktuelle Fassung stammt aus dem Jahr 2020 und umfasst rund 70 Seiten mit Vorgaben zu Seitenrändern, Schriftgrößen, Abständen, Anschriftfeldern und vielem mehr.
Für Bewerbungsanschreiben ist die DIN 5008 deshalb so wichtig, weil Personaler in konservativen Branchen die Einhaltung dieser Norm stillschweigend voraussetzen. Ein normgerecht formatiertes Anschreiben wirkt ordentlich, professionell und vertraut. Wer die Grundregeln kennt, vermeidet typische Formatierungsfehler und macht es dem Leser leicht, sich auf den Inhalt zu konzentrieren.
Alle DIN-5008-Regeln für das Anschreiben
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Vorgaben zusammen, die du bei der Formatierung deines Anschreibens beachten solltest.
Seitenränder und Grundformat
| Element | Vorgabe nach DIN 5008 |
|---|---|
| Seitenformat | DIN A4 (210 mm x 297 mm), Hochformat |
| Seitenrand links | 2,5 cm (25 mm) |
| Seitenrand rechts | mindestens 1,0 cm, empfohlen 2,0 cm (20 mm) |
| Seitenrand oben | 2,0 cm (20 mm) |
| Seitenrand unten | 2,0 cm (20 mm) |
| Schriftart | serifenlose Schrift (Arial, Calibri, Helvetica) oder Serifenschrift (Times New Roman) |
| Schriftgröße Fließtext | 11 pt oder 12 pt |
| Zeilenabstand | 1,0 (einfach) bis maximal 1,15 |
| Textausrichtung | linksbündig (Flattersatz), kein Blocksatz |
Absenderzeile (Rücksendeangabe)
| Element | Vorgabe nach DIN 5008 |
|---|---|
| Position | über dem Anschriftfeld, innerhalb der Zusatz- und Vermerkzone |
| Schriftgröße | 8 pt, deutlich kleiner als der Fließtext |
| Inhalt | Name, Straße, PLZ und Ort in einer Zeile, getrennt durch Kommas oder Mittelpunkte |
| Zweck | ermöglicht bei Fensterbriefumschlägen die Zuordnung des Absenders |
Anschriftfeld (Empfänger)
Die DIN 5008 unterscheidet zwei Formen für das Anschriftfeld. Form B ist der Standard für Bewerbungen.
| Element | Form A | Form B |
|---|---|---|
| Oberkante ab oberem Blattrand | 2,7 cm (27 mm) | 4,5 cm (45 mm) |
| Höhe des Anschriftfeldes | 4,5 cm (45 mm) | 4,5 cm (45 mm) |
| Breite des Anschriftfeldes | 8,5 cm (85 mm) | 8,5 cm (85 mm) |
| Zusatz- und Vermerkzone | 1,27 cm (3 Zeilen) | 1,73 cm (3 Zeilen) |
| Anschriftzone | 3,23 cm (6 Zeilen) | 2,77 cm (6 Zeilen) |
| Linker Rand des Feldes | 2,5 cm (= linker Seitenrand) | 2,5 cm (= linker Seitenrand) |
Das Anschriftfeld enthält maximal neun Zeilen: drei für die Zusatz- und Vermerkzone (z. B. Vertraulich, Einschreiben) und sechs für die eigentliche Anschrift (Firmenname, Abteilung, Ansprechpartner, Straße, PLZ und Ort). Eine ausführliche Anleitung zum Empfängerfeld findest du auf unserer Seite zur Adresse im Anschreiben.
Datum, Bezugszeichen und Betreffzeile
| Element | Vorgabe nach DIN 5008 |
|---|---|
| Datumsposition | rechtsbündig, eine Leerzeile unter dem Anschriftfeld |
| Datumsformat | Ort, TT. Monat JJJJ (z. B. Berlin, 15. März 2026) |
| Bezugszeichenzeile | optional, enthält z. B. Stellenreferenznummer |
| Betreffzeile | fett, ohne das Wort „Betreff", zwei Leerzeilen unter dem Datum |
| Betreffzeilenlänge | maximal zwei Zeilen |
Das Datum ist eines der Elemente, bei denen Bewerber am häufigsten Fehler machen. Die vollständige Anleitung dazu steht auf unserer Seite zum Datum im Anschreiben.
Abstände zwischen den Briefelementen
| Übergang | Abstand |
|---|---|
| Absenderzeile zum Anschriftfeld | kein zusätzlicher Abstand (Absenderzeile liegt innerhalb der Vermerkzone) |
| Anschriftfeld zum Datum | 1 Leerzeile |
| Datum zur Betreffzeile | 2 Leerzeilen |
| Betreffzeile zur Anrede | 1 Leerzeile |
| Anrede zum Fließtext | 1 Leerzeile |
| Absätze im Fließtext | 1 Leerzeile zwischen Absätzen |
| Letzter Absatz zur Grußformel | 1 Leerzeile |
| Grußformel zur Unterschrift | 3 Leerzeilen (Platz für die handschriftliche Unterschrift) |
| Unterschrift zum Anlagenvermerk | 1 Leerzeile |
Die Briefzonen nach DIN 5008
Ein DIN-5008-konformer Geschäftsbrief ist in klar definierte Zonen unterteilt. Für dein Anschreiben sind folgende Bereiche relevant:
Zone 1 -- Kopfbereich (0 bis 4,5 cm bei Form B): Dieser Bereich gehört dem Briefkopf. Hier platzierst du deine Absenderangaben. In einem klassischen Geschäftsbrief steht hier das Firmenlogo. Bei einer Bewerbung nutzt du diesen Platz für deinen Namen, deine Adresse und Kontaktdaten. Du kannst die Angaben als mehrzeiligen Block oder als einzeilige Kopfleiste gestalten. Details dazu findest du auf unserer Seite zum Anschreiben Briefkopf.
Zone 2 -- Anschriftfeld (4,5 cm bis 9,0 cm bei Form B): Dieses Feld enthält die Empfängeradresse und ist so positioniert, dass sie bei C4- und DL-Briefumschlägen mit Fenster sichtbar ist. Die Zusatz- und Vermerkzone (obere drei Zeilen) nimmt Vermerke wie „Vertraulich" oder „Persönlich" auf. Die darunterliegenden sechs Zeilen enthalten den Firmennamen, die Abteilung, den Ansprechpartner und die Postanschrift.
Zone 3 -- Informationsblock (rechts neben dem Anschriftfeld): Rechts neben dem Empfängerfeld kann ein Informationsblock stehen, der in Geschäftsbriefen das Datum, das Aktenzeichen und die Kontaktdaten des Sachbearbeiters enthält. Bei einem Bewerbungsanschreiben nutzt du diese Zone in der Regel nur für Ort und Datum, die du rechtsbündig setzt.
Zone 4 -- Betreff und Textkörper (ab ca. 9,7 cm): Ab hier beginnen Betreffzeile, Anrede und der eigentliche Bewerbungstext. Die Betreffzeile wird fett gesetzt, die Anrede folgt nach einer Leerzeile. Der Fließtext gliedert sich in Einleitung, Hauptteil und Schluss. Wenn du Hilfe beim inhaltlichen Aufbau brauchst, lies unsere Seite zum Anschreiben Aufbau.
Zone 5 -- Fußbereich (letzte 2,0 cm): Der untere Seitenrand dient als Freiraum. In Geschäftsbriefen stehen hier manchmal Bankverbindung oder Geschäftsführerangaben. Bei einem Anschreiben bleibt dieser Bereich in der Regel leer.
Wann du die DIN 5008 strikt einhalten solltest
Nicht jede Bewerbung erfordert die millimetergenaue Einhaltung der DIN 5008. Es kommt auf die Branche und den Arbeitgeber an.
Strikte Einhaltung empfohlen:
- Öffentlicher Dienst und Behörden
- Banken und Versicherungen
- Kanzleien (Recht, Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung)
- Verwaltung und öffentliche Einrichtungen
- Großkonzerne mit traditioneller Unternehmenskultur
- Stellen in der Sachbearbeitung und im Sekretariat
In diesen Bereichen wird die DIN 5008 als selbstverständlicher Standard betrachtet. Wer davon abweicht, riskiert den Eindruck von Nachlässigkeit oder mangelnder Formkenntnis.
Etwas Spielraum erlaubt:
- Mittelständische Unternehmen (Grundstruktur einhalten, Details dürfen leicht variieren)
- IT und Technik (normgerecht ist sicher, moderner Stil akzeptabel)
- Start-ups (hier zählt der Inhalt oft mehr als die Form)
Kreative Abweichung möglich:
- Werbeagenturen und Designstudios
- Medien- und Verlagswesen
- Kreativwirtschaft allgemein
Auch bei kreativer Gestaltung solltest du die Grundprinzipien beibehalten: klare Struktur, lesbare Schrift und vollständige Angaben. Mehr dazu im Abschnitt weiter unten.
DIN-5008-Anschreiben – Verwaltungsfachangestellte
Dieses Beispiel zeigt ein vollständig DIN-5008-konformes Anschreiben: Seitenränder 2,5 cm links und 2,0 cm rechts, Anschriftfeld ab 4,5 cm (Form B), Datum rechtsbündig, Betreffzeile fett ohne das Wort Betreff, linksbündiger Flattersatz in Arial 11 pt.
Betreff: Bewerbung als Verwaltungsfachangestellte – Kennziffer 2026-VFA-014

DIN 5008 vs. kreative Formatierung
Die DIN 5008 ist eine Empfehlung, kein Gesetz. In bestimmten Situationen kann eine kreative Abweichung sogar von Vorteil sein, solange du weißt, was du tust.
Was du beibehalten solltest, auch bei kreativer Gestaltung:
- Linker Seitenrand von mindestens 2,5 cm (für Heftung und Lochung)
- Alle Pflichtangaben: Absender, Empfänger, Datum, Betreffzeile, Anrede, Grußformel
- Gut lesbare Schrift in mindestens 10 pt
- Maximal eine DIN-A4-Seite Umfang
- Linksbündiger Fließtext
Was du kreativ anpassen darfst:
- Briefkopf-Gestaltung (z. B. farbige Kopfleiste, Initialen, dezentes Logo)
- Positionierung des Datums (z. B. linksbündig statt rechtsbündig)
- Einsatz einer Akzentfarbe für Überschriften oder Trennlinien
- Schriftwahl (z. B. eine moderne Schrift wie Lato oder Open Sans)
- Icons für Kontaktdaten statt Beschriftung
Was du vermeiden solltest:
- Mehr als zwei Farben
- Dekorative oder handschriftähnliche Schriften
- Hintergrundbilder oder auffällige Muster
- Verkleinerung der Seitenränder unter die Mindestwerte
- Blocksatz (erzeugt ungleichmäßige Wortabstände)
Die Faustregel lautet: Im Zweifel DIN 5008 einhalten. Wenn du unsicher bist, ob der Arbeitgeber kreative Formate schätzt, wähle den normgerechten Weg. Eine ausführliche Gegenüberstellung der Formatierungsoptionen findest du auf unserer Seite zur Anschreiben Formatierung.
Häufige Fragen zum DIN-5008-Anschreiben
Muss ein Anschreiben nach DIN 5008 formatiert sein?
Nein, es gibt keine gesetzliche Pflicht, dein Anschreiben nach DIN 5008 zu gestalten. Die Norm ist eine Empfehlung, kein Gesetz. In konservativen Branchen wie Verwaltung, Bankwesen und Versicherungen wird die Einhaltung jedoch stillschweigend erwartet. Wer sich dort bewirbt und die DIN 5008 ignoriert, riskiert, als unsorgfältig wahrgenommen zu werden. In kreativen Branchen hast du mehr Spielraum, solltest aber die Grundprinzipien -- lesbare Schrift, klare Struktur, vollständige Angaben -- immer einhalten.
Welche Seitenränder schreibt die DIN 5008 vor?
Die DIN 5008 legt den linken Seitenrand auf 2,5 cm (25 mm) fest. Der rechte Rand muss mindestens 1,0 cm betragen, empfohlen werden 2,0 cm (20 mm). Oben und unten gelten jeweils 2,0 cm (20 mm). Der linke Rand ist bewusst großzügig gewählt, damit das Dokument gelocht und in einem Ordner abgeheftet werden kann, ohne dass Text verdeckt wird.
Wo steht das Datum nach DIN 5008?
Das Datum steht rechtsbündig, eine Leerzeile unterhalb des Anschriftfeldes. Es wird im Format „Ort, TT. Monat JJJJ" geschrieben, also beispielsweise „München, 26. Februar 2026". Der ausgeschriebene Monatsname ist die bevorzugte Form. Die rein numerische Schreibweise (26.02.2026) ist zulässig, wirkt aber weniger formell. Zwischen Datum und Betreffzeile stehen zwei Leerzeilen.
Was ist der Unterschied zwischen DIN 5008 Form A und Form B?
Der Hauptunterschied liegt in der Position des Anschriftfeldes. Bei Form A beginnt das Anschriftfeld bei 2,7 cm vom oberen Blattrand -- es sitzt also deutlich höher auf der Seite. Bei Form B beginnt es bei 4,5 cm, wodurch oberhalb des Empfängerfeldes mehr Platz für einen mehrzeiligen Briefkopf entsteht. Beide Formen haben ein Anschriftfeld von 8,5 cm Breite und 4,5 cm Höhe mit maximal neun Zeilen. Form B ist die in der Praxis gebräuchlichere Variante und wird für Bewerbungsanschreiben empfohlen, weil sie ausreichend Raum für deine Absenderangaben im Kopfbereich lässt.
Welche Schriftgröße gilt nach DIN 5008?
Die DIN 5008 empfiehlt für den Fließtext eine Schriftgröße von 11 pt bei serifenlosen Schriften wie Arial oder Calibri. Bei Serifenschriften wie Times New Roman sind 12 pt üblich. Die Absenderzeile über dem Anschriftfeld wird in 8 pt gesetzt. Der Name im Briefkopf darf mit 14 bis 16 pt etwas größer sein, damit er als Überschrift erkennbar ist. Die Betreffzeile hat dieselbe Schriftgröße wie der Fließtext, wird aber fett formatiert.