Der Anschreiben Schlusssatz ist deine letzte Chance, beim Personaler einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Während die Einleitung Neugier weckt, muss der Schluss Entschlossenheit zeigen. Trotzdem schreiben die meisten Bewerber am Ende genau den Satz, der Unsicherheit signalisiert: "Ich würde mich über eine Einladung freuen." Damit verschenkst du das gesamte Potenzial deines Abschlusses. Ein guter Schlusssatz fasst dein Interesse zusammen, leitet zum nächsten Schritt über und bleibt im Kopf. Auf dieser Seite findest du über zehn konkrete Formulierungen, sortiert nach Situation, dazu typische Fehler und ein vollständiges Muster. Wenn du den gesamten Anschreiben-Aufbau noch einmal durchgehen möchtest, starte dort.
Was ein guter Schlusssatz leistet
Dein Schlusssatz hat drei Aufgaben gleichzeitig. Wenn du alle drei erfüllst, hebst du dich von der Mehrheit der Bewerbungen ab:
1. Interesse bestätigen. Der letzte Absatz wiederholt nicht den Hauptteil, aber er macht klar: Du willst diese Stelle. Formuliere aktiv, nicht passiv. "Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch" ist stärker als "Über eine Rückmeldung wäre ich dankbar."
2. Den nächsten Schritt benennen. Lade den Personaler konkret ein -- zum Vorstellungsgespräch, zum Telefonat oder zum Kennenlernen. Wer den nächsten Schritt vorwegnimmt, wirkt handlungsorientiert.
3. Einen positiven Nachklang erzeugen. Dein Anschreiben endet mit dem Schlusssatz (vor der Grußformel). Das ist der Satz, der am längsten im Gedächtnis bleibt. Nutze ihn für Selbstbewusstsein, nicht für Floskeln.
Ein starker Schlusssatz ist kurz: ein bis drei Sätze reichen. Alles darüber verwässert die Wirkung.
Schlusssatz-Formulierungen nach Situation
Nicht jeder Schlusssatz passt zu jeder Bewerbung. Hier findest du fertige Formulierungen, sortiert nach fünf typischen Situationen. Übernimm sie direkt oder passe sie an deinen Fall an.
Selbstbewusster Standard-Schlusssatz
Diese Varianten funktionieren in den meisten Bewerbungen -- sachlich, direkt und ohne Konjunktiv:
- "Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch, in dem ich Sie von meiner Motivation und meinen Fähigkeiten überzeuge."
- "Gerne bringe ich meine Erfahrung in Ihr Team ein und freue mich auf die Gelegenheit, Sie persönlich kennenzulernen."
- "Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freue ich mich sehr."
Schlusssatz mit Verfügbarkeit und Eintrittstermin
Wenn die Stellenanzeige nach deinem frühesten Eintrittstermin fragt, nenne ihn im Schlusssatz. Das spart dem Personaler eine Rückfrage:
- "Ich bin ab dem 01.06.2026 verfügbar und freue mich auf ein persönliches Gespräch."
- "Nach Ablauf meiner dreimonatigen Kündigungsfrist kann ich die Stelle zum 01.07.2026 antreten. Gerne überzeuge ich Sie vorab in einem Vorstellungsgespräch."
- "Einen Einstieg ab sofort kann ich flexibel realisieren. Ich freue mich darauf, die Details im Gespräch zu klären."
Schlusssatz mit Gehaltsvorstellung
Falls die Stellenanzeige eine Gehaltsangabe verlangt, gehört sie in den Schlussteil. Kombiniere sie mit dem Gesprächswunsch, damit der Absatz rund wirkt. Mehr dazu findest du unter Gehaltsvorstellung im Anschreiben:
- "Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 45.000 EUR brutto jährlich. Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch."
- "Gehaltlich orientiere ich mich an 50.000 bis 55.000 EUR brutto pro Jahr. Gerne bespreche ich die Details in einem Vorstellungsgespräch."
- "Meine Gehaltsvorstellung beträgt 42.000 EUR brutto jährlich. Über die Möglichkeit, mich persönlich vorzustellen, freue ich mich."
Schlusssatz für Berufseinsteiger
Als Berufseinsteiger fehlt dir die langjährige Erfahrung -- aber du kannst mit Motivation und Lernbereitschaft punkten:
- "Ich bin hochmotiviert, mein theoretisches Wissen in der Praxis einzusetzen, und freue mich auf die Chance, das in einem Gespräch zu zeigen."
- "Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch davon, wie ich mein Studium und meine Praktika gezielt für Ihr Team einsetzen kann."
- "Den Berufseinstieg bei Ihrem Unternehmen sehe ich als ideale Gelegenheit, meine Kenntnisse weiterzuentwickeln. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung."
Schlusssatz für eine Initiativbewerbung
Bei einer Initiativbewerbung gibt es keine Stellenanzeige als Bezugspunkt. Dein Schlusssatz muss deshalb besonders klar machen, warum du dich gerade an dieses Unternehmen wendest:
- "Ich bin überzeugt, dass meine Erfahrung im Bereich Projektmanagement Ihr Team bereichern kann, und freue mich auf ein Gespräch über mögliche Einsatzbereiche."
- "Gerne stelle ich Ihnen in einem persönlichen Gespräch vor, wie ich Ihr Unternehmen konkret unterstützen kann."
- "Über die Möglichkeit eines unverbindlichen Kennenlernens freue ich mich und stehe für einen Termin jederzeit zur Verfügung."
Schlusssätze, die du vermeiden solltest
Bestimmte Formulierungen tauchen in Bewerbungsratgebern seit Jahrzehnten auf -- und genau deshalb erkennen Personaler sie sofort als Floskel. Hier sind die häufigsten Fehler:
Der Konjunktiv-Fehler
Der häufigste Fehler im Schlusssatz ist der Konjunktiv II. "Ich würde mich freuen" klingt, als rechnest du selbst nicht damit, eingeladen zu werden. Der Konjunktiv signalisiert Distanz und Unsicherheit -- das genaue Gegenteil von dem, was du am Ende deines Anschreibens vermitteln willst.
| Schwach (Konjunktiv) | Stark (Indikativ) |
|---|---|
| Ich würde mich über eine Einladung freuen. | Ich freue mich auf eine Einladung. |
| Es würde mich freuen, von Ihnen zu hören. | Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören. |
| Ich wäre dankbar für die Möglichkeit... | Gerne nutze ich die Möglichkeit... |
| Über ein Gespräch würde ich mich sehr freuen. | Über ein persönliches Gespräch freue ich mich sehr. |
Die Regel ist einfach: Ersetze jedes "würde" und "wäre" durch die direkte Form. Dein Schlusssatz wird sofort überzeugender.
Bettelnde Formulierungen
Sätze wie "Ich hoffe, Sie geben mir eine Chance" oder "Bitte geben Sie mir die Gelegenheit, mich zu beweisen" klingen verzweifelt. Du bist Bewerber, kein Bittsteller. Formuliere auf Augenhöhe.
Passive und inhaltsleere Sätze
"Für Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung" ist technisch korrekt, aber nichtssagend. Das versteht sich von selbst. Nutze den Platz stattdessen, um dein Interesse an der Stelle zu bekräftigen.
Zu lange Schlusssätze
Mehr als drei Sätze im letzten Absatz sind zu viel. Wenn du Gehaltsvorstellung, Eintrittstermin, Motivation und Gesprächswunsch in einen einzigen Absatz packst, verliert der Leser den Fokus. Priorisiere: Was ist die wichtigste Information für den Personaler? Nenne diese zuerst.
Gehaltsvorstellung und Eintrittstermin im Schlusssatz
Viele Stellenanzeigen verlangen sowohl eine Gehaltsvorstellung als auch den frühestmöglichen Eintrittstermin. Beides gehört in den letzten Absatz deines Anschreibens. Hier sind drei bewährte Formeln, die alle nötigen Informationen in zwei bis drei Sätzen unterbringen:
Formel 1 -- Gehalt und Termin getrennt: "Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 44.000 EUR brutto jährlich. Ich bin ab dem 01.05.2026 verfügbar. Gerne überzeuge ich Sie in einem Vorstellungsgespräch."
Formel 2 -- Gehalt und Termin in einem Satz: "Meine Gehaltsvorstellung beträgt 48.000 EUR brutto jährlich, und ich kann die Stelle zum 15.04.2026 antreten. Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch."
Formel 3 -- Mit Verhandlungsbereitschaft: "Gehaltlich orientiere ich mich an 40.000 bis 45.000 EUR brutto pro Jahr und bin ab sofort verfügbar. Über die Details freue ich mich, im Gespräch zu sprechen."
Achte darauf, das Gehalt immer als Bruttojahresgehalt anzugeben. Alles Weitere zum Thema findest du auf unserer ausführlichen Seite zur Gehaltsvorstellung im Anschreiben. Für Tipps zum gesamten Schlussteil -- also alles von der Zusammenfassung bis zur Grußformel -- lies unsere Seite zum Abschlusssatz Anschreiben.
Anschreiben Schlusssatz -- Vollständiges Beispiel
Achte auf den Schlussteil: Gehaltsvorstellung, Eintrittstermin und Gesprächswunsch in drei Sätzen ohne Konjunktiv.
Betreff: Bewerbung als Industriekaufmann -- Referenz IK-2026-03

Nach dem Schlusssatz: Grußformel, Unterschrift und Anlagen
Dein Schlusssatz leitet direkt in die Grußformel über. Danach folgen Unterschrift und Anlagenverzeichnis. Hier die richtige Reihenfolge:
Grußformel: "Mit freundlichen Grüßen" ist der Standard. Verzichte auf Variationen wie "Hochachtungsvoll" (veraltet) oder "Liebe Grüße" (zu informell). Nach der Grußformel steht kein Komma.
Unterschrift: Bei einem gedruckten Anschreiben unterschreibst du handschriftlich zwischen Grußformel und getipptem Namen. Bei einer digitalen Bewerbung reicht der getippte Name -- eine eingescannte Unterschrift ist optional, aber ein nettes Detail.
Anlagen: Unter deinem Namen listest du die beigefügten Dokumente auf, zum Beispiel "Anlagen: Lebenslauf, Zeugnisse, Zertifikate". Das gibt dem Personaler einen schnellen Überblick. Mehr Informationen zur korrekten Formatierung findest du in unserer Anleitung Wie schreibt man ein Anschreiben. Falls du dein Anschreiben noch optisch optimieren willst, findest du passende Layouts in unseren Anschreiben-Vorlagen.
Häufige Fragen zum Anschreiben Schlusssatz
Wie beendet man ein Anschreiben?
Du beendest dein Anschreiben mit einem selbstbewussten Schlusssatz, gefolgt von der Grußformel "Mit freundlichen Grüßen" und deinem Namen. Der Schlusssatz fasst dein Interesse zusammen und benennt den nächsten Schritt -- typischerweise die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Vermeide Konjunktivformulierungen und halte dich an ein bis drei Sätze.
Was schreibt man am Ende eines Anschreibens?
Am Ende des Anschreibens stehen drei Elemente: der Schlusssatz mit Gesprächswunsch (und je nach Anforderung Gehaltsvorstellung und Eintrittstermin), die Grußformel und dein Name. Optional folgen ein Anlagenverzeichnis und -- bei gedruckten Bewerbungen -- deine handschriftliche Unterschrift.
Soll man die Gehaltsvorstellung im Schlusssatz nennen?
Ja, wenn die Stellenanzeige eine Gehaltsvorstellung verlangt, gehört sie in den Schlussteil. Du kombinierst sie am besten mit dem Eintrittstermin und dem Gesprächswunsch. Wird kein Gehalt gefordert, kannst du die Angabe weglassen. Ausführliche Formulierungen und Beispiele findest du unter Gehaltsvorstellung im Anschreiben.
Schreibt man "Ich würde mich freuen"?
Nein. "Ich würde mich freuen" ist Konjunktiv II und klingt unsicher, so als erwartest du selbst keine positive Antwort. Schreibe stattdessen "Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch" -- das ist direkt, selbstbewusst und grammatisch im Indikativ. Derselbe Grundsatz gilt für "wäre", "könnte" und "hätte": Ersetze den Konjunktiv durch die direkte Aussageform.
Was ist der Unterschied zwischen Schlusssatz und Grußformel?
Der Schlusssatz ist der letzte inhaltliche Satz deines Anschreibens -- er drückt dein Interesse aus und nennt den nächsten Schritt. Die Grußformel ("Mit freundlichen Grüßen") ist dagegen eine feste Abschiedsformel ohne inhaltliche Aussage. Beide stehen im letzten Abschnitt, erfüllen aber unterschiedliche Funktionen. Einen vollständigen Überblick über den Abschlusssatz Anschreiben findest du auf der verlinkten Seite.