Was ist ein Anschreiben

Was ist ein Anschreiben und warum brauchst du es? Erfahre alles über Aufbau, Inhalt und Zweck des Bewerbungsanschreibens mit Beispiel und Tipps.

Was ist ein Anschreiben? Ein Anschreiben ist ein einseitiges Dokument, das du zusammen mit deinem Lebenslauf an einen Arbeitgeber schickst. Es erklärt, warum du dich auf eine bestimmte Stelle bewirbst, welche Qualifikationen du mitbringst und warum ausgerechnet du zum Unternehmen passt. In Deutschland ist das Anschreiben traditionell der erste Bestandteil einer Bewerbungsmappe und oft das Erste, was Personaler lesen. Anders als der Lebenslauf, der Fakten auflistet, gibt dir das Anschreiben die Chance, deine Motivation und Persönlichkeit zu zeigen. Wenn du direkt loslegen willst, findest du auf unserer Seite zum Thema wie schreibt man ein Anschreiben eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Was genau ist ein Anschreiben und wozu dient es?

Das Anschreiben (auch Bewerbungsschreiben oder Bewerbungsanschreiben genannt) ist dein persönliches Verkaufsargument. Während der Lebenslauf zeigt, was du bisher gemacht hast, beantwortet das Anschreiben drei zentrale Fragen:

  1. Warum diese Stelle? Du zeigst, dass du die Stellenausschreibung gelesen hast und verstehst, was gesucht wird.
  2. Warum du? Du verbindest deine Erfahrungen und Fähigkeiten mit den Anforderungen der Position.
  3. Warum dieses Unternehmen? Du zeigst echtes Interesse am Arbeitgeber und nicht nur an irgendeinem Job.

In der deutschen Bewerbungskultur hat das Anschreiben eine besondere Bedeutung. Es gehört seit Jahrzehnten zum Standard und wird von den meisten Arbeitgebern erwartet. Ein gutes Anschreiben kann den Unterschied machen, wenn mehrere Bewerber ähnliche Qualifikationen mitbringen. Es gibt dir die Möglichkeit, Lücken im Lebenslauf zu erklären, einen Quereinstieg zu begründen oder zu zeigen, dass du dich mit dem Unternehmen beschäftigt hast.

Für Personaler ist das Anschreiben auch ein erster Eindruck deiner Kommunikationsfähigkeit. Wer klar und strukturiert schreiben kann, punktet bereits vor dem Vorstellungsgespräch.

Die wichtigsten Bestandteile eines Anschreibens

Jedes Anschreiben folgt einem klaren Aufbau. Hier sind die vier Hauptteile, die in keinem Bewerbungsanschreiben fehlen dürfen. Eine detaillierte Anleitung zu jedem Abschnitt findest du auf unserer Seite zum Anschreiben Aufbau.

Briefkopf und Kontaktdaten

Ganz oben stehen dein Name, deine Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Darunter folgen die Daten des Empfängers (Firmenname, Ansprechperson, Adresse) sowie Ort und Datum. Die Betreffzeile nennt die Position, auf die du dich bewirbst.

Einleitung

Die Anschreiben Einleitung ist entscheidend. In zwei bis drei Sätzen weckst du das Interesse des Lesers. Vermeide Standardfloskeln wie "Hiermit bewerbe ich mich..." und steige stattdessen mit einem konkreten Bezug zur Stelle oder zum Unternehmen ein.

Hauptteil

Der Hauptteil ist das Herzstück. Hier beschreibst du deine relevanten Qualifikationen, Erfahrungen und Erfolge. Achte darauf, nicht einfach den Lebenslauf nachzuerzählen, sondern konkrete Beispiele zu nennen, die zeigen, was du kannst. Orientiere dich dabei an den Anforderungen aus der Stellenanzeige.

Schluss

Im Schlusssatz deines Anschreibens fasst du dein Interesse zusammen und leitest zum nächsten Schritt über. Nenne bei Bedarf deinen frühestmöglichen Eintrittstermin und deine Gehaltsvorstellung, sofern diese in der Ausschreibung verlangt werden. Schliesse mit "Mit freundlichen Grüßen" und deinem Namen ab.

Damit dein Anschreiben professionell aussieht, solltest du außerdem auf das richtige Anschreiben Format achten: Schriftgröße 11 oder 12, eine gut lesbare Schriftart, einheitliche Abstände und maximal eine DIN-A4-Seite.

Wann brauchst du ein Anschreiben?

Nicht jede Bewerbung erfordert zwingend ein Anschreiben, aber in den meisten Fällen ist es dringend empfohlen.

Ein Anschreiben ist Pflicht, wenn:

  • die Stellenanzeige ausdrücklich danach verlangt
  • du dich per Post oder als PDF-Bewerbung bewirbst
  • du dich im öffentlichen Dienst bewirbst (hier ist es fast immer Standard)
  • du eine Initiativbewerbung schreibst

Ein Anschreiben ist optional, aber empfehlenswert, wenn:

  • ein Online-Bewerbungsportal kein Pflichtfeld dafür hat
  • die Stellenanzeige sagt "Anschreiben nicht erforderlich"
  • du dich über ein Kurzprofil bei einer Jobbörse bewirbst

Sonderfälle:

  • Bei Bewerbungen über LinkedIn oder Xing reicht oft eine kurze Nachricht, aber ein ausführliches Anschreiben hebt dich trotzdem von der Masse ab.
  • Manche Großkonzerne wie die Deutsche Bahn oder Siemens haben das Anschreiben für bestimmte Positionen abgeschafft. Prüfe immer die Angaben in der jeweiligen Stellenanzeige.

Als Faustregel gilt: Wenn du dir nicht sicher bist, schreib eins. Ein gutes Anschreiben schadet nie, ein fehlendes kann dich die Einladung zum Gespräch kosten. Besonders für Berufseinsteiger oder bei einem Praktikum ist das Anschreiben eine wichtige Chance, fehlende Berufserfahrung durch Motivation und Persönlichkeit auszugleichen.

Häufige Fehler im Anschreiben

Diese Fehler sehen Personaler immer wieder. Vermeide sie, und du bist der Mehrheit der Bewerber bereits einen Schritt voraus.

1. Standardfloskeln ohne Inhalt "Hiermit bewerbe ich mich auf die ausgeschriebene Stelle" sagt nichts aus. Personaler lesen das hundertmal am Tag. Starte stattdessen mit einem konkreten Bezug: Was an der Stelle oder am Unternehmen hat dein Interesse geweckt?

2. Den Lebenslauf nacherzählen "Nach meiner Ausbildung habe ich drei Jahre bei Firma X gearbeitet, danach zwei Jahre bei Firma Y." Das steht bereits im Lebenslauf. Im Anschreiben geht es um das Warum und das Wie, nicht um die Chronologie.

3. Kein Bezug zum Unternehmen Ein Anschreiben, das an jedes Unternehmen geschickt werden könnte, wirkt beliebig. Nenne mindestens einen konkreten Grund, warum du dich ausgerechnet bei diesem Arbeitgeber bewirbst.

4. Zu lang oder zu kurz Ein Anschreiben sollte eine DIN-A4-Seite füllen, aber nicht überschreiten. Weniger als eine halbe Seite wirkt lustlos, mehr als eine Seite wird oft nicht gelesen.

5. Rechtschreib- und Grammatikfehler Nichts wirkt unprofessioneller. Lass dein Anschreiben von einer zweiten Person gegenlesen oder nutze ein Korrektur-Tool, bevor du es abschickst.

6. Falsche Anrede oder falscher Firmenname Wenn du den Namen des Ansprechpartners falsch schreibst oder den Firmennamen aus einer früheren Bewerbung stehen lässt, ist das Anschreiben sofort auf dem Absagestapel.

Beispiel: So sieht ein gutes Anschreiben aus

Das folgende Beispiel zeigt dir, wie ein überzeugendes Anschreiben für eine Stelle in der Verwaltung aussehen kann. Achte darauf, wie die Bewerberin konkrete Erfahrungen mit den Anforderungen der Stelle verknüpft. Weitere Muster findest du auf unserer Seite mit Anschreiben-Beispielen.

Anschreiben Beispiel

Ersetze alle Angaben in Klammern durch deine eigenen Daten und Erfahrungen.

Betreff: Bewerbung als Sachbearbeiterin in der Verwaltung

Sehr geehrte Frau Bergmann, durch Ihre Stellenanzeige auf der Website der Stadt Freiburg bin ich auf die Position als Sachbearbeiterin in der Abteilung Bürgerservice aufmerksam geworden. Die Kombination aus Bürgerkontakt und eigenverantwortlicher Sachbearbeitung entspricht genau dem, was ich in meiner bisherigen Tätigkeit am meisten geschätzt habe. In den vergangenen drei Jahren war ich bei der Kreisverwaltung Emmendingen für die Bearbeitung von Anträgen im Bereich Sozialleistungen zuständig. Dabei habe ich durchschnittlich 40 Vorgänge pro Woche eigenständig bearbeitet, Bescheide erstellt und Bürgerinnen und Bürger telefonisch sowie persönlich beraten. Durch die Einführung einer digitalen Checkliste für wiederkehrende Antragstypen konnte ich die Bearbeitungszeit um rund 20 Prozent verkürzen. Der Umgang mit dem Fachverfahren PROSOZ sowie mit MS Office ist mir bestens vertraut. Meine Stärken liegen in der sorgfältigen Prüfung von Unterlagen, der verständlichen Kommunikation auch bei komplexen Sachverhalten und der zuverlässigen Einhaltung von Fristen. Gerne bringe ich meine Erfahrung und Motivation in Ihr Team ein. Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freue ich mich sehr. Mit freundlichen Grüßen Anna Schreiber
Unterschrift

Tipps für Einsteiger: Dein erstes Anschreiben schreiben

Wenn du zum ersten Mal ein Anschreiben verfasst, können diese Tipps dir den Einstieg erleichtern:

Lies die Stellenanzeige dreimal. Beim ersten Mal überfliegst du sie. Beim zweiten Mal markierst du die wichtigsten Anforderungen. Beim dritten Mal überlegst du, welche deiner Erfahrungen dazu passen. Genau diese Verbindungen gehören ins Anschreiben.

Schreib nicht für alle, sondern für eine Person. Stell dir vor, du sitzt der Personalerin gegenüber und erklärst ihr, warum du der richtige Kandidat bist. Diesen Ton sollte dein Anschreiben treffen: professionell, aber nicht steif.

Beginne nicht mit dem ersten Satz. Der Einstieg ist der schwierigste Teil. Schreib zuerst den Hauptteil, dann den Schluss und zum Schluss die Einleitung. So fällt der erste Satz leichter, weil du bereits weißt, was im Rest steht.

Nutze konkrete Zahlen und Ergebnisse. Statt "Ich habe Erfahrung im Kundenservice" schreib "Ich habe täglich rund 30 Kundenanfragen per Telefon und E-Mail bearbeitet." Zahlen machen deine Aussagen glaubwürdig.

Halte dich an eine Seite. Ein Anschreiben ist kein Aufsatz. Jeder Satz muss einen Mehrwert bringen. Wenn du fertig bist, lies alles nochmal und streiche jeden Satz, der nichts Neues sagt.

Bitte jemanden um Feedback. Eine zweite Meinung deckt Schwächen auf, die du selbst nicht siehst. Das kann ein Freund, ein Familienmitglied oder ein Karriereberater sein.

Häufige Fragen zum Anschreiben

Braucht man heute noch ein Anschreiben?

Ja, in den meisten Fällen schon. Obwohl einige Unternehmen das Anschreiben als Pflichtbestandteil abgeschafft haben, erwarten es viele Arbeitgeber nach wie vor. Besonders im Mittelstand, im öffentlichen Dienst und bei formellen Bewerbungsverfahren bleibt das Anschreiben Standard. Selbst wenn es optional ist, kannst du dich damit positiv von Bewerbern abheben, die keins mitschicken.

Was gehört in ein Anschreiben?

Ein Anschreiben enthält deinen Briefkopf mit Kontaktdaten, die Empfängeradresse, Datum, Betreffzeile, eine persönliche Anrede, eine Einleitung mit Bezug zur Stelle, einen Hauptteil mit deinen relevanten Qualifikationen und Erfahrungen, einen Schlussteil mit Handlungsaufforderung sowie deine Unterschrift. Alle Details zum Aufbau findest du in unserem Ratgeber zum Anschreiben Aufbau.

Wie lang sollte ein Anschreiben sein?

Ein Anschreiben umfasst in der Regel eine DIN-A4-Seite. Das entspricht etwa 250 bis 400 Wörtern, je nach Schriftgröße und Formatierung. Kürzer als eine halbe Seite wirkt unmotiviert, länger als eine Seite wird von Personalern selten komplett gelesen. Konzentriere dich auf das Wesentliche und streiche überflüssige Füllsätze.

Was ist der Unterschied zwischen Anschreiben und Motivationsschreiben?

Das Anschreiben ist das Standarddokument einer deutschen Bewerbung. Es bezieht sich direkt auf eine konkrete Stellenausschreibung und hebt relevante Qualifikationen hervor. Ein Motivationsschreiben (auch "dritte Seite" genannt) ist ein zusätzliches Dokument, das vor allem bei Stipendien, Studienplatzbewerbungen oder bestimmten Führungspositionen verlangt wird. Es geht tiefer auf deine persönliche Motivation und langfristige Ziele ein. Für die meisten Bewerbungen brauchst du kein separates Motivationsschreiben, dein Anschreiben übernimmt diese Funktion.

Soll ich mein Anschreiben per E-Mail oder im Anhang schicken?

Das Anschreiben gehört als PDF in den Anhang deiner Bewerbung, nicht in den E-Mail-Text selbst. Im E-Mail-Text schreibst du nur einen kurzen Begleittext mit zwei bis drei Sätzen, in dem du auf deine angehängten Bewerbungsunterlagen hinweist. So bleibt die Formatierung deines Anschreibens erhalten und der Personaler kann es problemlos ausdrucken oder weiterleiten.

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