Die meisten Bewerbungen werden heute per E-Mail verschickt. Trotzdem unterschätzen viele Bewerber, wie wichtig der erste Eindruck im Posteingang ist. Ein überzeugendes E-Mail-Anschreiben für die Bewerbung entscheidet oft innerhalb weniger Sekunden, ob deine Unterlagen überhaupt geöffnet werden. Auf dieser Seite erfährst du Schritt für Schritt, wie du Betreffzeile, E-Mail-Text und Anhänge richtig gestaltest – mit konkreten Formulierungen und einem vollständigen Muster zum Übernehmen. Falls du deine Bewerbung über ein Online-Portal einreichst, findest du passende Hinweise in unserem Ratgeber zum Anschreiben bei Online-Bewerbungen. Grundlegende Tipps zum Verfassen deines Anschreibens gibt es unter Wie schreibt man ein Anschreiben.
Anschreiben in der E-Mail oder als Anhang?
Die häufigste Frage bei der E-Mail-Bewerbung lautet: Gehört das Anschreiben in den E-Mail-Text oder als PDF-Datei in den Anhang? Die Antwort hängt davon ab, was in der Stellenanzeige steht – und welchen Eindruck du hinterlassen willst.
Variante 1 – Anschreiben als E-Mail-Text
Du schreibst dein vollständiges Anschreiben direkt in die E-Mail. Der Vorteil: Personaler sehen deine Motivation sofort, ohne einen Anhang öffnen zu müssen. Die Hürde, deine Bewerbung zu lesen, ist damit so niedrig wie möglich. Diese Variante eignet sich besonders, wenn die Stellenanzeige keine ausdrücklichen Vorgaben macht, das Unternehmen einen unkomplizierten Bewerbungsprozess bevorzugt oder du dich in einer kreativen oder digitalen Branche bewirbst.
Der Nachteil: Ohne PDF-Formatierung hast du weniger Kontrolle über das Layout. Schriftart, Abstände und Zeilenumbrüche hängen vom E-Mail-Client des Empfängers ab.
Variante 2 – Anschreiben als PDF im Anhang
Du hängst dein formatiertes Anschreiben als PDF an und schreibst in die E-Mail nur einen kurzen Begleittext von drei bis fünf Sätzen. Diese Variante ist sinnvoll, wenn die Stellenanzeige ausdrücklich ein formatiertes Anschreiben verlangt, du ein besonders professionelles Layout nutzen möchtest oder die Bewerbung in einer konservativen Branche erfolgt – etwa bei Banken, Versicherungen oder im öffentlichen Dienst. Tipps zum passenden Anschreiben-Format helfen dir, das PDF ansprechend zu gestalten.
Die beste Lösung: Kombiniere beide Varianten
Wenn die Stellenanzeige keine Angaben macht, kombiniere beide Ansätze. Schreibe einen kurzen, überzeugenden Text in die E-Mail (deine Kernbotschaft in drei bis fünf Sätzen) und hänge zusätzlich dein vollständiges Anschreiben als PDF an. So stellst du sicher, dass deine Motivation sofort sichtbar ist und gleichzeitig eine professionell formatierte Version in den Unterlagen liegt. Personaler entscheiden selbst, wie viel sie im E-Mail-Text lesen und wann sie den Anhang öffnen.
Die perfekte Betreffzeile für dein E-Mail-Anschreiben
Die Betreffzeile ist das Erste, was Personaler in ihrem Posteingang sehen. Sie entscheidet darüber, ob deine E-Mail sofort geöffnet oder im Stapel untergeht. Halte sie kurz, klar und informativ – ohne Spielereien.
Grundformel:
Bewerbung als [Position] – [Vor- und Nachname]
Wenn eine Referenznummer oder Kennziffer in der Stellenanzeige angegeben ist, gehört diese unbedingt in den Betreff. Manche Unternehmen sortieren Bewerbungen automatisch nach Kennziffer. Fehlt sie, kann deine Bewerbung im falschen Ordner landen.
Konkrete Beispiele für Betreffzeilen:
- Bewerbung als Projektmanagerin – Anna Müller
- Bewerbung als Softwareentwickler (Ref.-Nr. 2024-0815) – Thomas Schmidt
- Bewerbung als Kauffrau für Büromanagement, Stellenanzeige vom 15.02.2026 – Lisa Weber
- Initiativbewerbung als Marketing-Assistentin – Julia Braun
- Bewerbung als Werkstudent im Bereich Controlling – Markus Hoffmann
Was du in der Betreffzeile vermeiden solltest:
- Leere oder generische Betreffzeilen wie "Bewerbung" oder "Hallo"
- Ausrufezeichen oder Großbuchstaben ("DRINGEND: BEWERBUNG!!!")
- Zu lange Betreffzeilen mit mehr als 70 Zeichen – sie werden auf Mobilgeräten abgeschnitten
- Emojis oder Sonderzeichen, die auf manchen Systemen nicht korrekt dargestellt werden
- Rechtschreibfehler im Betreff – hier fällt jeder Tippfehler sofort auf
Aufbau des E-Mail-Anschreibens für die Bewerbung
Ein E-Mail-Anschreiben folgt einer klaren Struktur. Im Vergleich zum klassischen Bewerbungsschreiben ist es kompakter und direkter, behält aber die professionelle Form bei. Die folgenden fünf Abschnitte bilden den roten Faden.
Anrede
Verwende nach Möglichkeit den Namen der zuständigen Person: "Sehr geehrte Frau Müller" oder "Sehr geehrter Herr Schmidt". Nur wenn kein Name zu ermitteln ist, greifst du auf "Sehr geehrte Damen und Herren" zurück. Recherchiere den richtigen Ansprechpartner auf der Unternehmenswebsite, auf LinkedIn oder ruf im Zweifelsfall in der Personalabteilung an. Eine persönliche Anrede zeigt Eigeninitiative und hebt deine Bewerbung sofort von der Masse ab.
Kurzer Einstieg
Benenne im ersten Satz die Position, auf die du dich bewirbst, und wo du die Stellenanzeige gefunden hast. Komm direkt zum Punkt und vermeide abgenutzte Formulierungen wie "Hiermit bewerbe ich mich auf die Stelle als …". Besser ist ein Bezug zum Unternehmen, ein gemeinsamer Kontakt oder ein konkreter Anlass. Zum Beispiel: "Ihr Vortrag auf der Fachmesse X hat mich beeindruckt – umso mehr freue ich mich über die ausgeschriebene Stelle als …"
Kernbotschaft
In zwei bis vier Sätzen erklärst du, warum du die richtige Person für die Stelle bist. Nenne deine wichtigste Qualifikation, eine relevante Berufserfahrung oder einen messbaren Erfolg. Dieser Abschnitt ist das Herzstück deines E-Mail-Anschreibens – hier entscheidet sich, ob Personaler weiterlesen oder zum nächsten Kandidaten wechseln. Verzichte auf allgemeine Phrasen und sei so konkret wie möglich: Zahlen, Projekte und nachweisbare Ergebnisse überzeugen mehr als Selbsteinschätzungen.
Verweis auf Anhänge
Weise kurz und sachlich auf die beigefügten Unterlagen hin. Bewährte Formulierungen sind:
- "Meine vollständigen Bewerbungsunterlagen finden Sie im Anhang."
- "Anbei erhalten Sie meinen Lebenslauf, mein Anschreiben sowie relevante Zeugnisse."
- "Im Anhang finden Sie meine Unterlagen als PDF-Dateien."
So weiß der Empfänger sofort, dass weitere Dokumente vorhanden sind, und muss nicht danach suchen.
Grußformel
Schließe mit "Mit freundlichen Grüßen" gefolgt von deinem vollständigen Namen. Darunter kannst du optional deine Telefonnummer und E-Mail-Adresse ergänzen, damit Personaler dich unkompliziert erreichen. Vermeide informelle Grüße wie "Liebe Grüße" oder "Beste Grüße" – in der Bewerbungskommunikation ist die klassische Formel nach wie vor Standard.
E-Mail-Anschreiben Beispiel
Ersetze Platzhalter durch deine echten Angaben.
Betreff: Bewerbung als Marketing-Managerin – Anna Müller

Anhänge richtig benennen und formatieren
Deine Anhänge sind das Herzstück der Bewerbung. Selbst das beste E-Mail-Anschreiben verliert seine Wirkung, wenn die beigefügten Dateien unprofessionell benannt oder nicht lesbar sind. Damit alles reibungslos ankommt, beachte folgende Punkte.
Dateiformat: Verwende ausschließlich PDF-Dateien. Word-Dokumente können auf anderen Geräten anders aussehen – Formatierungen verschieben sich, Schriftarten fehlen, und nicht jedes Unternehmen kann .docx-Dateien problemlos öffnen. PDFs hingegen sehen überall identisch aus und lassen sich auf jedem Betriebssystem darstellen. Weitere Details zur richtigen Vorbereitung deiner Anlagen findest du auf unserer Seite zu Anschreiben-Anlagen.
Dateibenennung: Nutze ein einheitliches, nachvollziehbares Schema. Personalverantwortliche erhalten täglich Dutzende Bewerbungen – ein klarer Dateiname hilft bei der Zuordnung. Gute Beispiele:
- Anschreiben_Anna_Mueller.pdf
- Lebenslauf_Anna_Mueller.pdf
- Zeugnisse_Anna_Mueller.pdf
- Bewerbung_Anna_Mueller_Marketing_Managerin.pdf (als Gesamtdokument)
Vermeide kryptische Dateinamen wie "Dokument_final_v3(2).pdf", "Bewerbung.pdf" ohne deinen Namen oder Sonderzeichen wie Umlaute im Dateinamen (manche Systeme haben damit Probleme – nutze "Mueller" statt "Müller").
Dateigröße: Halte die Gesamtgröße aller Anhänge unter 5 MB, idealerweise unter 3 MB. Viele Unternehmensserver lehnen E-Mails mit größeren Anhängen automatisch ab. Das Ergebnis: Deine Bewerbung kommt nie an, und du bekommst unter Umständen nicht einmal eine Fehlermeldung. Komprimiere eingescannte Zeugnisse auf eine angemessene Auflösung (150–200 dpi reichen für die Bildschirmdarstellung völlig aus). Tools wie die Druckfunktion deines PDF-Viewers oder kostenlose Online-Komprimierer helfen dabei.
Reihenfolge der Anhänge: Ordne deine Dateien logisch: Anschreiben, Lebenslauf, Arbeitszeugnisse, Ausbildungsnachweise, Zertifikate. Wenn du alle Unterlagen in einer einzigen PDF zusammenfasst, behalte genau diese Reihenfolge bei. Das erleichtert Personalern die Navigation durch dein Dossier.
Unterschrift in der E-Mail-Bewerbung
Bei einer E-Mail-Bewerbung stellt sich die Frage, ob und wie du unterschreiben sollst. Im Gegensatz zum gedruckten Anschreiben ist eine handschriftliche Unterschrift nicht zwingend erforderlich. Trotzdem wirkt sie professioneller und persönlicher – besonders im PDF-Anschreiben, das im Anhang mitgesendet wird.
Drei gängige Möglichkeiten:
- Eingescannte Unterschrift: Unterschreibe auf weißem Papier, scanne die Unterschrift ein und füge sie als Bild in dein PDF-Anschreiben ein. Diese Methode ist die gängigste Lösung und wird von den meisten Personalern erwartet. Achte darauf, dass der Scan sauber und kontrastreich ist.
- Digitale Signatur: Erstelle deine Unterschrift mit einem Tablet, einem Grafiktablett oder einem Stift-Tool am Smartphone und speichere sie als transparentes PNG. So kannst du sie flexibel in jedes Dokument einfügen.
- Nur getippter Name: Im reinen E-Mail-Text reicht dein getippter Name unterhalb der Grußformel aus. Ergänze dort am besten deine Kontaktdaten als eine Art Signaturblock. Im PDF-Anschreiben im Anhang empfiehlt sich jedoch zusätzlich eine eingescannte oder digitale Unterschrift.
Ausführliche Hinweise und Beispiele findest du auf unserer Seite zur Unterschrift im Anschreiben.
Häufige Fehler bei der E-Mail-Bewerbung
Selbst inhaltlich starke Bewerbungen scheitern an vermeidbaren Fehlern. Die E-Mail-Bewerbung hat dabei ihre eigenen Stolperfallen, die sich vom klassischen Postversand unterscheiden. Achte auf die folgenden Punkte.
Fehlende oder falsche Betreffzeile: Eine leere Betreffzeile wirkt unprofessionell und erschwert die Zuordnung deiner Bewerbung. Eine falsche Positionsbezeichnung oder ein vertauschter Firmenname – etwa wenn du eine Vorlage einer früheren Bewerbung wiederverwendest – zeigt mangelnde Sorgfalt. Prüfe den Betreff immer als Letztes, bevor du auf "Senden" klickst.
Falsche Empfängeradresse: Tippfehler in der E-Mail-Adresse führen dazu, dass deine Bewerbung nie ankommt – oder schlimmer noch, bei der falschen Person landet. Kopiere die Adresse direkt aus der Stellenanzeige und prüfe sie buchstabengenau. Teste im Zweifelsfall, ob die Adresse gültig ist, indem du eine kurze E-Mail an dich selbst mit der Adresse im CC sendest.
Vergessene Anhänge: Einer der häufigsten und peinlichsten Fehler überhaupt. Hänge alle Dateien an, bevor du die E-Mail fertig formulierst, und kontrolliere unmittelbar vor dem Absenden, ob wirklich alle Dokumente angehängt sind. Viele E-Mail-Programme warnen dich, wenn du das Wort "Anhang" im Text verwendest, aber keine Datei angehängt hast – nutze diese Funktion.
Zu große Dateien: Anhänge über 5 MB werden von vielen E-Mail-Servern stillschweigend abgelehnt. Das Ergebnis: Deine Bewerbung verschwindet, ohne dass du eine Rückmeldung erhältst. Komprimiere Zeugnisse und Bilder auf eine sinnvolle Größe und teste die E-Mail vorher, indem du sie an deine eigene Adresse schickst.
Unprofessionelle E-Mail-Adresse: Adressen wie "partytiger2000@web.de" oder "schnucki.maus@gmail.com" hinterlassen keinen guten Eindruck. Nutze eine seriöse Adresse nach dem Muster vorname.nachname@anbieter.de. Falls nötig, lege dir kostenlos ein neues Postfach an – der Aufwand dauert nur wenige Minuten und lohnt sich für jede Bewerbung.
CC statt BCC bei Mehrfachbewerbungen: Wenn du dich bei mehreren Unternehmen gleichzeitig bewirbst, setze niemals alle Adressen in das CC- oder An-Feld. Jede Firma sieht dann, an wen du dich sonst noch gewendet hast – das wirkt wahllos und respektlos. Versende jede Bewerbung als einzelne, individualisierte E-Mail.
Kein Korrekturlesen: Rechtschreib- und Grammatikfehler fallen in kurzen E-Mail-Texten besonders stark auf, weil jeder Satz Gewicht hat. Lass den Text von einer zweiten Person gegenlesen oder nutze ein Rechtschreibprüfungs-Tool. Wer noch am Grundgerüst feilt, findet hilfreiche Ausgangspunkte bei unseren Anschreiben-Vorlagen.
Häufige Fragen zum E-Mail-Anschreiben
Soll das Anschreiben in die E-Mail oder als Anhang?
Beides ist möglich und von Personalern akzeptiert. Am besten kombinierst du die Varianten: Schreibe einen kurzen, aussagekräftigen Text direkt in die E-Mail (drei bis fünf Sätze mit deiner Kernbotschaft) und hänge zusätzlich dein vollständig formatiertes Anschreiben als PDF an. So sieht der Personaler deine Motivation sofort und hat gleichzeitig ein professionell gestaltetes Dokument in den Unterlagen. Wenn die Stellenanzeige eine bestimmte Variante vorgibt, halte dich daran.
Was schreibe ich in die Betreffzeile einer Bewerbung?
Die Betreffzeile sollte die Position, deinen vollständigen Namen und – falls vorhanden – die Referenznummer enthalten. Eine bewährte Formel lautet: "Bewerbung als [Position] – [Vor- und Nachname]". Beispiel: "Bewerbung als Projektmanagerin – Anna Müller". Halte den Betreff unter 70 Zeichen und vermeide Sonderzeichen oder Großbuchstaben. Wenn du dich auf Englisch bewirbst, passe die Betreffzeile entsprechend an (z. B. "Application for Marketing Manager – Anna Mueller").
Wie groß dürfen die Anhänge bei einer E-Mail-Bewerbung sein?
Als Faustregel gilt: Die Gesamtgröße aller Anhänge sollte 5 MB nicht überschreiten. Viele Unternehmen setzen ihre E-Mail-Server auf dieses Limit. Ideal sind 2–3 MB für das gesamte Paket. Scanne Zeugnisse mit 150–200 dpi statt 300 dpi und komprimiere PDFs mit der Druckfunktion deines PDF-Viewers oder einem Online-Tool. Wenn die Dateien trotzdem zu groß sind, fasse alle Dokumente in einer einzigen PDF zusammen – das spart oft zusätzlichen Speicherplatz.
Welches E-Mail-Format ist für Bewerbungen geeignet?
Verwende reinen Text oder einfaches HTML ohne aufwendige Formatierungen. Bunte Hintergründe, verschiedene Schriftarten, eingebettete Bilder oder HTML-Tabellen im E-Mail-Text wirken unprofessionell und können auf manchen Endgeräten fehlerhaft dargestellt werden. Setze stattdessen auf eine klare Absatzstruktur mit einer Standard-Schriftart und füge am Ende eine professionelle E-Mail-Signatur mit deinem Namen und deinen Kontaktdaten ein. Die gestalterische Arbeit gehört ins PDF-Anschreiben im Anhang, nicht in den E-Mail-Text.
Kann ich mich mit einer Gmail-Adresse bewerben?
Ja, eine Gmail-Adresse ist in den meisten Branchen völlig akzeptabel, solange sie seriös klingt. Nutze am besten das Muster vorname.nachname@gmail.com. Noch professioneller wirkt eine eigene Domain (z. B. anna@mueller-marketing.de), aber das ist keine Voraussetzung. Wichtig ist, dass die Adresse deinen echten Namen enthält und keine Spitznamen, Zahlenreihen oder unseriösen Begriffe. Auch GMX, Outlook oder Web.de sind geeignet – der Anbieter spielt keine entscheidende Rolle, solange die Adresse professionell wirkt.