Eine Unterschrift verleiht deinem Anschreiben eine persönliche Note und signalisiert Sorgfalt. Gerade in Deutschland gilt die handschriftliche Signatur auf dem Bewerbungsanschreiben als Zeichen von Ernsthaftigkeit und Professionalität. Doch wie funktioniert das Anschreiben unterschreiben, wenn du deine Bewerbung digital versendest? Ob gedruckte Mappe, PDF-Anhang oder Online-Formular – auf dieser Seite erfährst du Schritt für Schritt, wie du deine Unterschrift korrekt platzierst. Wenn du noch ganz am Anfang stehst, lies zuerst unseren Leitfaden Wie schreibt man ein Anschreiben. Für das passende Gesamtlayout findest du Orientierung in unserer Anleitung zur Anschreiben Formatierung.
Muss man das Anschreiben unterschreiben?
Rein rechtlich gibt es in Deutschland keine Pflicht, ein Bewerbungsanschreiben zu unterschreiben. Es handelt sich weder um einen Vertrag noch um ein amtliches Dokument. Trotzdem ist die Unterschrift im deutschen Bewerbungskontext eine fest etablierte Konvention. Die meisten Personaler erwarten sie, und ein fehlendes Autogramm kann unbewusst als Nachlässigkeit gewertet werden.
Die Empfehlung lautet deshalb klar: Unterschreibe dein Anschreiben immer, wenn es technisch möglich ist. Das gilt insbesondere für gedruckte Bewerbungsmappen und PDF-Bewerbungen. Nur bei reinen Online-Formularen, in denen du deinen Text direkt in ein Eingabefeld tippst, entfällt die Unterschrift – dort ist sie schlicht nicht vorgesehen.
Zusammengefasst:
- Gedruckte Bewerbung: Unterschrift wird erwartet.
- PDF-Bewerbung per E-Mail: Unterschrift wird empfohlen.
- Online-Bewerbungsformular: Unterschrift ist nicht nötig.
- Initiativbewerbung per Post: Unterschrift wird erwartet.
Wo steht die Unterschrift im Anschreiben?
Die Unterschrift hat im Anschreiben einen festen Platz. Sie steht direkt unter der Grußformel und oberhalb deines getippten Namens. Der klassische Aufbau am Ende deines Anschreibens sieht so aus:
- Schlusssatz – dein letzter inhaltlicher Satz
- Leerzeile
- Grußformel (z. B. „Mit freundlichen Grüßen")
- Leerzeile(n) für die Unterschrift – bei gedruckten Bewerbungen ca. 3 Leerzeilen Platz lassen
- Handschriftliche Unterschrift
- Getippter Vor- und Nachname
- Ggf. Anlagen-Vermerk
Achte darauf, dass deine Unterschrift zwischen der Grußformel und dem getippten Namen steht, nicht darüber oder daneben. Bei der Formatierung nach DIN 5008 ist diese Position klar definiert. Weitere Details zur korrekten Anordnung findest du in unserem Ratgeber zum Anschreiben Format.
Unterschrift bei verschiedenen Bewerbungsarten
Je nachdem, wie du deine Bewerbung versendest, unterscheidet sich der Umgang mit der Unterschrift. Hier findest du eine Anleitung für jede gängige Bewerbungsform.
Gedruckte Bewerbung (Bewerbungsmappe)
Bei einer Bewerbung per Post druckst du dein Anschreiben aus und unterschreibst es anschließend mit einem blauen oder schwarzen Kugelschreiber. Verwende keinen Bleistift und keinen Filzstift. Die Unterschrift sollte fließend und leserlich sein – sie muss nicht zwingend deinen vollständigen Namen abbilden, aber erkennbar als Signatur wirken.
Tipps für die gedruckte Bewerbung:
- Lasse beim Tippen ca. 3 Leerzeilen zwischen Grußformel und getipptem Namen frei.
- Unterschreibe erst, wenn der Druck fertig und die Tinte trocken ist.
- Verwende einen hochwertigen Stift, der nicht verschmiert.
- Teste vorher auf einem Probeausdruck, ob genug Platz vorhanden ist.
PDF-Bewerbung
Die meisten Bewerbungen werden heute als PDF per E-Mail verschickt. Auch hier gehört eine Unterschrift dazu. Du hast mehrere Möglichkeiten:
- Unterschrift einscannen: Unterschreibe auf weißem Papier, scanne das Blatt ein und füge das Bild in dein Dokument ein (Details im Abschnitt weiter unten).
- Tablet oder Touchpad nutzen: Unterschreibe direkt auf einem Tablet mit einem Eingabestift und exportiere die Signatur als Bilddatei.
- PDF-Signatur-Funktion: Programme wie Adobe Acrobat bieten eine integrierte Signaturfunktion, mit der du direkt im PDF unterschreiben kannst.
Egal welche Methode du wählst: Die digitale Unterschrift sollte natürlich und authentisch aussehen. Verzichte auf computergenerierte Schriftarten, die eine Handschrift imitieren sollen.
E-Mail-Bewerbung
Wenn du deine Bewerbung per E-Mail versendest, gehört die Unterschrift in das Anschreiben-PDF im Anhang – nicht in den E-Mail-Text selbst. Der E-Mail-Körper enthält lediglich einen kurzen Begleittext mit Verweis auf die Anhänge. Ausführliche Tipps dazu findest du auf unserer Seite zur E-Mail-Bewerbung.
Wichtig: Unterschreibe nicht den E-Mail-Text. Die E-Mail dient nur als Übermittlung, das eigentliche Bewerbungsschreiben steckt in der angehängten PDF-Datei – und genau dort platzierst du deine Unterschrift.
Online-Bewerbungsformular
Bei Bewerbungen über ein Online-Portal (z. B. über Softgarden, SAP SuccessFactors oder das Karriereportal eines Unternehmens) ist eine Unterschrift in der Regel nicht möglich und auch nicht erwartet. Du tippst deinen Text direkt in ein Formularfeld oder lädst ein fertiges PDF hoch.
Wenn das Portal das Hochladen eines PDFs erlaubt, füge deine Unterschrift wie bei einer PDF-Bewerbung ein. Wenn du nur ein Textfeld ausfüllen kannst, genügt dein getippter Name am Ende.
Anschreiben mit Unterschrift
Die Unterschrift steht zwischen Grußformel und getipptem Namen. Darunter folgt der Anlagenvermerk.
Betreff: Bewerbung als Personalreferentin

So erstellst du eine digitale Unterschrift
Eine digitale Unterschrift für dein Anschreiben zu erstellen ist einfacher, als du vielleicht denkst. Folge diesen fünf Schritten:
1. Auf weißem Papier unterschreiben
Nimm ein sauberes, weißes Blatt Papier und unterschreibe mit einem schwarzen oder dunkelblauen Stift. Schreibe zwei bis drei Mal, damit du die beste Version auswählen kannst. Verwende einen Stift mit kräftiger Linienstärke – dünne Kugelschreiberlinien werden beim Scannen oft schlecht sichtbar.
2. Scannen oder fotografieren
Scanne deine Unterschrift mit einem Flachbettscanner bei mindestens 300 dpi ein. Alternativ kannst du die Unterschrift mit dem Smartphone abfotografieren. Achte auf gleichmäßige Beleuchtung ohne Schatten und halte die Kamera möglichst senkrecht über das Blatt.
3. Hintergrund entfernen
Entferne den weißen Hintergrund, damit die Unterschrift auf deinem Anschreiben natürlich aussieht. Speichere das Ergebnis als PNG-Datei mit transparentem Hintergrund. Nützliche Werkzeuge dafür:
- Vorschau (Mac): Mit dem Werkzeug „Instant Alpha" klickst du auf den weißen Hintergrund und entfernst ihn.
- Paint 3D (Windows): Nutze die Funktion „Magische Auswahl", um die Unterschrift freizustellen.
- Kostenlose Online-Tools: Dienste wie remove.bg oder Canva bieten automatische Hintergrundentfernung.
- GIMP (kostenlos, plattformübergreifend): Mit dem Werkzeug „Nach Farbe auswählen" den weißen Bereich markieren und löschen.
4. In dein Dokument einfügen
Füge die freigestellte Unterschrift als Bild in dein Anschreiben ein:
- Microsoft Word: Gehe zu „Einfügen" > „Bilder" und wähle deine PNG-Datei. Stelle den Textumbruch auf „Vor den Text", damit du die Unterschrift frei positionieren kannst.
- Google Docs: Nutze „Einfügen" > „Bild" > „Vom Computer hochladen". Passe Größe und Position über die Bildoptionen an.
- Adobe Acrobat: Öffne das PDF, klicke auf „Ausfüllen und unterschreiben" und füge das Bild deiner Unterschrift an der richtigen Stelle ein.
- Vorschau (Mac): Öffne das PDF, klicke auf die Werkzeugleiste-Taste, wähle „Signatur" und erstelle eine neue Signatur mit der Kamera oder dem Trackpad.
5. Größe anpassen
Deine Unterschrift sollte etwa 3 bis 4 Zentimeter breit sein und sich harmonisch in den Raum zwischen Grußformel und getipptem Namen einfügen. Prüfe die Größe sowohl auf dem Bildschirm als auch im Ausdruck. Eine zu große Unterschrift wirkt unseriös, eine zu kleine geht unter.
Häufige Fehler bei der Unterschrift im Anschreiben
Auch wenn das Unterschreiben simpel klingt, schleichen sich in der Praxis immer wieder Fehler ein. Vermeide diese typischen Stolperfallen:
Unterschrift vergessen. Besonders bei PDF-Bewerbungen passiert es schnell, dass die Signatur schlicht fehlt. Prüfe vor dem Absenden immer das fertige PDF auf Vollständigkeit.
Unterschrift zu groß oder zu klein. Eine Unterschrift, die ein Drittel der Seite einnimmt, wirkt ebenso unprofessionell wie ein kaum sichtbarer Kritzler. Halte dich an die Faustregel: 3 bis 4 cm Breite.
Schlechte Scan-Qualität. Pixelige, unscharfe oder grau verschmierte Unterschriften machen keinen guten Eindruck. Scanne mit mindestens 300 dpi und achte auf guten Kontrast.
Unterschrift über den getippten Namen setzen. Die Signatur gehört zwischen Grußformel und getippten Namen, nicht auf den Namen drauf. Lasse genug Platz, damit beides klar voneinander getrennt ist.
Handschriften-Fonts verwenden. Schriftarten wie „Lucida Handwriting" oder „Comic Sans" als Ersatz für eine echte Unterschrift zu nutzen, fällt sofort auf und wirkt unglaubwürdig. Personaler erkennen den Unterschied auf den ersten Blick.
Unterschrift in einem anderen Farbton. Verwende Schwarz oder Dunkelblau. Bunte Farben, Grau oder Rot wirken unprofessionell und lenken vom Inhalt ab.
Kein transparenter Hintergrund. Wenn du die eingescannte Unterschrift als JPEG mit weißem Hintergrund einfügst, kann ein sichtbares weißes Rechteck entstehen, besonders auf leicht getönten Hintergründen. Nutze immer eine PNG-Datei mit Transparenz.
Wenn du sichergehen willst, dass auch der Rest deines Anschreibens fehlerfrei ist, wirf einen Blick auf unsere Anschreiben Vorlagen mit fertigem Layout.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich mein Anschreiben unterschreiben?
Eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. In der Praxis wird die Unterschrift auf dem Anschreiben aber von den meisten Personalern erwartet. Sie signalisiert Sorgfalt und verleiht deiner Bewerbung eine persönliche Note. Unterschreibe deshalb immer, wenn es möglich ist – vor allem bei gedruckten Bewerbungen und PDF-Anhängen.
Wie füge ich meine Unterschrift in ein PDF ein?
Am einfachsten scannst du deine handschriftliche Unterschrift ein, entfernst den Hintergrund und speicherst sie als PNG mit Transparenz. Anschließend fügst du das Bild in Adobe Acrobat über „Ausfüllen und unterschreiben" oder in der Vorschau-App auf dem Mac über die Signatur-Funktion ein. In Word kannst du das Bild vor dem PDF-Export einfügen.
Soll ich bei einer E-Mail-Bewerbung unterschreiben?
Ja, aber die Unterschrift gehört in das Anschreiben-PDF im Anhang, nicht in den E-Mail-Text selbst. Die E-Mail dient nur als Begleitnachricht. Im angehängten PDF platzierst du deine Signatur wie gewohnt zwischen Grußformel und getipptem Namen.
Wie groß sollte die Unterschrift im Anschreiben sein?
Die Unterschrift sollte ungefähr 3 bis 4 Zentimeter breit und 1 bis 2 Zentimeter hoch sein. Sie muss groß genug sein, um erkennbar zu wirken, aber klein genug, um das Layout nicht zu stören. Prüfe die Größe vor dem Versand sowohl auf dem Bildschirm als auch im Probeausdruck.
Was kommt nach der Unterschrift – Anlagen oder getippter Name?
Direkt unter der Unterschrift steht dein vollständiger getippter Name. Der Anlagen-Vermerk folgt darunter, getrennt durch eine Leerzeile. Die Reihenfolge lautet also: Grußformel, Unterschrift, getippter Name, Anlagenvermerk.