Du hast die perfekte Stelle gefunden, deinen Lebenslauf vorbereitet und willst endlich dein Anschreiben ohne Ansprechpartner verfassen -- doch dann stoppst du bei der Anrede. An wen richtest du das Schreiben, wenn in der Stellenanzeige kein Name steht? Genau dieses Problem lösen wir auf dieser Seite. Du erfährst, wie du den richtigen Kontakt recherchierst, welche Anrede-Alternativen es gibt und welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest. Wenn du dein gesamtes Anschreiben von Grund auf aufsetzen willst, starte mit unserem Leitfaden Wie schreibt man ein Anschreiben. Die korrekte Formatierung des Kopfbereichs findest du auf der Seite zum Anschreiben Briefkopf.
Warum ein Ansprechpartner im Anschreiben wichtig ist
Eine persönliche Anrede macht dein Anschreiben sofort wirkungsvoller. Personalverantwortliche lesen täglich Dutzende Bewerbungen, und ein Schreiben, das mit dem eigenen Namen beginnt, fällt positiv auf. Die Gründe liegen auf der Hand:
- Aufmerksamkeit: Ein namentlich adressiertes Anschreiben signalisiert, dass du dich mit dem Unternehmen beschäftigt hast, statt eine Massenbewerbung zu verschicken.
- Wertschätzung: Wer den Ansprechpartner herausfindet, zeigt Respekt und echtes Interesse an der Stelle.
- Zustellung: Wenn du den richtigen Namen im Adressfeld deines Anschreibens angibst, landet deine Bewerbung direkt auf dem richtigen Schreibtisch und nicht in der allgemeinen Poststelle.
- Erster Eindruck: Studien zeigen, dass Bewerbungen mit persönlicher Anrede häufiger zu einem Vorstellungsgespräch führen als generisch adressierte Schreiben.
Eine Anrede wie "Sehr geehrte Frau Müller" wirkt um ein Vielfaches verbindlicher als "Sehr geehrte Damen und Herren". Deshalb lohnt es sich immer, vor dem Verfassen deines Anschreibens einige Minuten in die Recherche zu investieren.
So findest du den richtigen Ansprechpartner
Bevor du dich mit einer generischen Anrede zufriedengibst, solltest du alle verfügbaren Quellen nutzen. In den meisten Fällen lässt sich der Name der zuständigen Person mit wenig Aufwand herausfinden.
Stellenanzeige genau lesen
Lies die Ausschreibung bis zum letzten Absatz. Viele Stellenanzeigen nennen den Ansprechpartner erst ganz am Ende, oft unter einer Überschrift wie "Kontakt", "Ihre Ansprechpartnerin" oder "Bei Fragen wenden Sie sich an". Manchmal steht der Name auch in der Signatur der E-Mail-Adresse, an die du deine Bewerbung schicken sollst: bewerbung.mueller@firma.de verrät dir mehr, als du auf den ersten Blick denkst.
Unternehmenswebsite durchsuchen
Gehe auf die Karriereseite, die "Über uns"-Seite oder den Bereich "Team" des Unternehmens. Mittelständische und große Firmen listen dort häufig ihre Personalabteilung oder die Ansprechpartner für Bewerbungen namentlich auf. Auch die Impressumsseite kann Hinweise liefern, besonders bei kleineren Unternehmen.
LinkedIn und XING nutzen
Suche auf LinkedIn oder XING nach dem Unternehmensnamen in Kombination mit Begriffen wie "Recruiter", "Personalreferent", "HR Manager" oder "Talent Acquisition". Über die Personensuche findest du oft innerhalb weniger Minuten den richtigen Ansprechpartner. Achte auf die aktuelle Berufsbezeichnung und den Standort, um sicherzugehen, dass die Person für deine Stelle zuständig ist.
Telefonisch nachfragen
Ein kurzer Anruf bei der Telefonzentrale des Unternehmens ist eine der zuverlässigsten Methoden. Formuliere deine Frage klar und höflich:
"Guten Tag, mein Name ist [Vorname Nachname]. Ich möchte mich auf die Stelle als [Stellenbezeichnung] bewerben und würde meine Unterlagen gerne an die zuständige Person adressieren. Könnten Sie mir den Namen der Ansprechpartnerin oder des Ansprechpartners nennen?"
Die meisten Unternehmen geben diese Auskunft bereitwillig. Notiere dir den vollständigen Namen und erfrage bei Unsicherheit die korrekte Schreibweise und einen eventuellen akademischen Titel.
Empfang oder Zentrale anrufen
Falls du die Durchwahl der Personalabteilung nicht findest, wähle die allgemeine Telefonnummer. Der Empfang kann dich in der Regel an die richtige Stelle weiterleiten oder dir den Namen der zuständigen Person nennen. Alternativ kannst du auch eine kurze E-Mail an die allgemeine Kontaktadresse schicken und gezielt nach dem Ansprechpartner fragen.
Die richtige Anrede ohne Ansprechpartner im Anschreiben
Wenn trotz aller Recherche kein Name zu finden ist, brauchst du eine professionelle Alternative. Die Wahl der Anrede hängt von der Branche, dem Unternehmen und dem Tonfall der Stellenanzeige ab. Hier sind die gängigsten Optionen.
"Sehr geehrte Damen und Herren,"
Die klassische Standardanrede für den Fall, dass du keinen Ansprechpartner kennst. Sie ist formell, allgemein akzeptiert und in keiner Branche falsch. Allerdings wirkt sie unpersönlich und zeigt dem Leser, dass du den Namen nicht recherchiert hast. Verwende sie als letzte Option, wenn alle anderen Wege ausgeschöpft sind.
Geeignet für: Behörden, öffentlicher Dienst, Banken, Versicherungen, Kanzleien, konservative Branchen.
"Sehr geehrtes Recruiting-Team,"
Eine modernere Alternative, die häufig in Start-ups, Agenturen und Tech-Unternehmen gut ankommt. Sie ist höflich, aber weniger steif als "Sehr geehrte Damen und Herren". Gleichzeitig zeigt sie, dass du dein Anschreiben bewusst an die Personalabteilung richtest.
Geeignet für: Start-ups, Digitalunternehmen, Agenturen, moderne Mittelständler.
"Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Personalabteilung,"
Diese Variante ist etwas formeller als die Team-Anrede und gleichzeitig konkreter als "Sehr geehrte Damen und Herren". Du zeigst, dass du weißt, an welche Abteilung sich dein Anschreiben richtet. Die Formulierung ist etwas länger, aber in der Praxis absolut üblich.
Geeignet für: Mittelständische und große Unternehmen, wenn du die Abteilung kennst.
"Guten Tag,"
Eine neutrale, freundliche Begrüßung, die vor allem in Branchen mit lockerem Umgangston funktioniert. Sie verzichtet auf "Sehr geehrte" und wirkt dadurch weniger formell. Verwende diese Variante nur, wenn die Stellenanzeige selbst einen lockeren Ton anschlägt oder das Unternehmen auf seiner Website duzt.
Geeignet für: Kreativbranche, Start-ups, Unternehmen mit Du-Kultur.
Welche Anrede wann?
Als Faustregel gilt: Je konservativer die Branche, desto formeller die Anrede. Im Zweifelsfall bist du mit "Sehr geehrte Damen und Herren" oder "Sehr geehrtes Recruiting-Team" auf der sicheren Seite. Schau dir auch das Anschreiben-Format an, um sicherzugehen, dass Anrede und Gesamtlayout zusammenpassen.
Anschreiben ohne Ansprechpartner – Vollständiges Beispiel
Ersetze die Platzhalter durch deine eigenen Daten. Die Anrede 'Sehr geehrte Damen und Herren' kannst du durch eine passendere Alternative ersetzen, wenn du den Ansprechpartner herausfindest.
Betreff: Bewerbung als Projektkoordinatorin – Ihre Stellenanzeige auf StepStone

Anrede bei Initiativbewerbungen ohne Ansprechpartner
Bei einer Initiativbewerbung ist die Anrede-Frage besonders relevant, weil es keine Stellenanzeige gibt, die einen Kontakt nennt. Trotzdem solltest du gerade bei Initiativbewerbungen alles daransetzen, einen konkreten Namen zu finden. Eine Initiativbewerbung an "Sehr geehrte Damen und Herren" wirkt deutlich schwächer als eine, die an die Leiterin der Fachabteilung oder den Personalleiter gerichtet ist.
Strategie für Initiativbewerbungen:
- Identifiziere die Abteilung, in der du arbeiten möchtest.
- Suche auf LinkedIn nach der Abteilungsleitung oder dem Head of HR.
- Richte dein Anschreiben direkt an diese Person -- selbst wenn sie nicht offiziell für Bewerbungen zuständig ist. In vielen Unternehmen landen Initiativbewerbungen zuerst beim Fachbereich.
- Falls du keinen Namen findest, verwende "Sehr geehrtes Team der [Abteilungsname]" als persönlichere Alternative zu "Sehr geehrte Damen und Herren".
Eine gut recherchierte Anrede kann bei einer Initiativbewerbung den entscheidenden Unterschied machen, denn sie zeigt dem Unternehmen, dass dein Interesse nicht oberflächlich ist.
Häufige Fehler bei der Anrede im Anschreiben
Selbst eine generische Anrede kann professionell wirken, wenn du typische Stolperfallen vermeidest. Hier sind die Fehler, die Bewerber am häufigsten machen:
Falsche Zeichensetzung nach der Anrede
Nach der Anrede steht im Deutschen immer ein Komma, und der erste Satz des Fließtexts beginnt klein (es sei denn, er beginnt mit einem Substantiv oder Eigennamen). Falsch ist ein Ausrufezeichen, ein Doppelpunkt oder das Weglassen des Kommas.
- Richtig: Sehr geehrte Damen und Herren**,**
- Falsch: Sehr geehrte Damen und Herren**!**
- Falsch: Sehr geehrte Damen und Herren (ohne Komma)
Der Fließtext nach dem Komma wird mit einer Leerzeile Abstand und einem Kleinbuchstaben fortgesetzt -- es sei denn, das erste Wort erfordert Großschreibung. Mehr zur korrekten Formatierung erfährst du auf unserer Seite zum Anschreiben-Format.
Du und Sie mischen
In einem Anschreiben siezt du den Empfänger durchgehend, es sei denn, das Unternehmen verwendet in der Stellenanzeige ausdrücklich das Du. Wenn du dich für das Sie entscheidest, ziehe es konsequent durch -- auch in Nebensätzen, Formulierungen und im Schlusssatz. Ein Wechsel zwischen Du und Sie innerhalb desselben Schreibens wirkt unprofessionell und nachlässig.
Falsche akademische Titel
Wenn du den Ansprechpartner doch herausfindest und dieser einen akademischen Titel trägt, muss der Titel in der Anrede korrekt erscheinen. Es gelten folgende Regeln:
- Doktortitel: "Sehr geehrte Frau Dr. Schmidt," (nicht "Doktor")
- Professortitel: "Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Müller," (Prof. geht vor Dr.)
- Mehrere Doktortitel: Nur einmal "Dr." schreiben, nicht "Dr. Dr."
- Kein Titel erfinden: Verwende nur Titel, die du verifiziert hast.
Ein falsch geschriebener oder vergessener Titel hinterlässt einen schlechten Eindruck. Prüfe die korrekte Anrede über die Unternehmenswebsite oder das LinkedIn-Profil der Person.
"An wen es betrifft" verwenden
Diese Formulierung ist eine direkte Übersetzung des englischen "To whom it may concern" und im Deutschen ungebräuchlich. In deutschen Bewerbungen klingt "An wen es betrifft" fremd und unprofessionell. Verwende stattdessen eine der oben genannten Alternativen. Wenn du dein Anschreiben auf Englisch verfassen musst, findest du auf unserer Seite zum Anschreiben auf Englisch die passenden Konventionen.
Zu informelle Anrede in konservativen Branchen
"Hallo zusammen" oder "Hi" sind in einem formellen Bewerbungsanschreiben fehl am Platz, auch wenn das Unternehmen in seiner Kommunikation locker auftritt. Als Bewerber bist du auf der sicheren Seite, wenn du eine Stufe formeller schreibst als der Tonfall der Stellenanzeige vermuten lässt. Für die passende Einleitung nach der Anrede findest du auf der verlinkten Seite weitere Formulierungstipps.
Häufige Fragen zum Anschreiben ohne Ansprechpartner
Was schreibe ich, wenn ich keinen Ansprechpartner habe?
Wenn du trotz Recherche keinen Namen findest, verwendest du eine allgemeine, aber professionelle Anrede. Die gängigste Option ist "Sehr geehrte Damen und Herren,". Modernere Alternativen sind "Sehr geehrtes Recruiting-Team," oder "Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Personalabteilung,". Welche Variante du wählst, hängt von der Branche und dem Tonfall der Stellenanzeige ab. Achte darauf, dass die Anrede zum restlichen Ton deines Anschreibens passt und das Komma nach der Anrede korrekt gesetzt ist.
Ist "Sehr geehrte Damen und Herren" noch zeitgemäß?
Ja, "Sehr geehrte Damen und Herren" ist nach wie vor eine korrekte und akzeptierte Anrede in deutschen Bewerbungen. Besonders in konservativen Branchen wie Banken, Versicherungen, Behörden und im öffentlichen Dienst ist sie Standard. In modernen Unternehmen, Start-ups oder kreativen Branchen kann sie allerdings etwas steif wirken. Dort sind Varianten wie "Sehr geehrtes Recruiting-Team" oder "Guten Tag" oft passender. Die Anrede ist nie falsch, aber auch selten die beste Wahl, wenn du eine persönlichere Alternative findest. Wähle passende Anschreiben Vorlagen, die bereits verschiedene Anrede-Optionen vorschlagen.
Wie finde ich den Ansprechpartner heraus?
Nutze diese fünf Wege: Erstens, lies die Stellenanzeige vollständig -- der Name steht oft am Ende. Zweitens, durchsuche die Karriereseite und die "Über uns"-Seite des Unternehmens. Drittens, suche auf LinkedIn oder XING nach Recruitern oder HR-Verantwortlichen des Unternehmens. Viertens, ruf die Telefonzentrale an und frage höflich nach dem zuständigen Ansprechpartner. Fünftens, sende eine kurze E-Mail an die allgemeine Kontaktadresse mit der Bitte um den Namen. In den meisten Fällen findest du mit einer dieser Methoden den richtigen Kontakt.
Kann ich "Liebes Team" als Anrede verwenden?
"Liebes Team" ist in einer formellen Bewerbung nicht empfehlenswert, da es zu persönlich und informell klingt. Auch wenn das Unternehmen in seiner Außenkommunikation einen lockeren Ton pflegt, solltest du im Anschreiben eine Stufe formeller bleiben. Bessere Alternativen für einen modernen, aber professionellen Ton sind "Sehr geehrtes Team," oder "Guten Tag,". Nur wenn die Stellenanzeige ausdrücklich das Du verwendet und die Unternehmenskultur klar informell ist, kann "Liebes Team" vertretbar sein -- aber selbst dann ist "Sehr geehrtes Team" die sicherere Wahl.
Was schreibe ich bei einer Initiativbewerbung als Anrede?
Bei einer Initiativbewerbung ist es besonders wichtig, einen konkreten Ansprechpartner zu finden, weil es keine Stellenanzeige als Aufhänger gibt. Recherchiere auf LinkedIn nach der Leitung der Abteilung, in der du arbeiten möchtest, und richte dein Schreiben direkt an diese Person. Falls das nicht gelingt, verwende "Sehr geehrtes Team der [Abteilungsname]" oder "Sehr geehrte Damen und Herren der Personalabteilung". Vermeide ein allgemeines "Sehr geehrte Damen und Herren" bei Initiativbewerbungen, da es den Eindruck von mangelnder Recherche verstärkt. Ausführliche Tipps findest du in unserem Leitfaden zur Initiativbewerbung.