Immer mehr Bewerber nutzen KI-Tools, um ihr Anschreiben erstellen zu lassen. ChatGPT, spezialisierte Anschreiben-Generatoren und KI-gestützte Bewerbungsplattformen versprechen in wenigen Minuten ein fertiges Schreiben. Die Ergebnisse reichen von erstaunlich gut bis peinlich generisch -- der Unterschied liegt in der Qualität deiner Eingabe und der Nachbearbeitung. Auf dieser Seite erfährst du, wie du KI-Tools richtig einsetzt, welche Prompts wirklich funktionieren und worauf du achten musst, damit dein Anschreiben trotz KI-Unterstützung persönlich und überzeugend klingt. Wenn du die Grundstruktur noch nicht kennst, lies zuerst unseren Leitfaden zum Anschreiben Aufbau.
Welche KI-Tools eignen sich für Anschreiben?
Es gibt drei Kategorien von KI-Werkzeugen, die Bewerber heute nutzen:
Allgemeine Sprachmodelle wie ChatGPT, Claude oder Gemini. Diese Tools erzeugen Text auf Basis deiner Eingabe. Ihr Vorteil: Du kannst sie flexibel einsetzen und genau steuern, was das Anschreiben enthalten soll. Ihr Nachteil: Du brauchst gute Prompts, sonst bekommst du Standardtexte, die in jeder zweiten Bewerbung auftauchen.
Spezialisierte Anschreiben-Generatoren. Plattformen wie unser eigener Builder führen dich Schritt für Schritt durch den Prozess. Du gibst Stellenanzeige, Berufserfahrung und persönliche Stärken ein, und das Tool erstellt ein formatiertes Anschreiben. Der Vorteil: weniger Aufwand, da die Struktur bereits vorgegeben ist.
KI-Funktionen in Jobportalen. Stepstone, Indeed und andere Portale bieten integrierte Anschreiben-Funktionen. Diese sind oft stark vereinfacht und liefern kurze, generische Texte. Für eine schnelle Initiativbewerbung kann das reichen, für eine gezielte Bewerbung eher nicht.
So nutzt du ChatGPT für dein Anschreiben
Der häufigste Fehler: Du gibst ChatGPT den Befehl "Schreibe ein Anschreiben für eine Stelle als Projektmanager" und erwartest ein gutes Ergebnis. Was du bekommst, ist ein austauschbarer Text voller Floskeln. Der Schlüssel liegt in einem detaillierten Prompt.
Der perfekte Prompt in 4 Schritten
Schritt 1 -- Kontext liefern. Beschreibe deine aktuelle Position, deine relevantesten Erfahrungen und ein bis zwei messbare Erfolge. Je konkreter, desto besser.
Schritt 2 -- Stellenanzeige einfügen. Kopiere die vollständige Stellenanzeige in den Prompt. Das KI-Tool kann dann gezielt auf die Anforderungen eingehen.
Schritt 3 -- Stil und Ton definieren. Sage dem Tool, ob das Anschreiben formal, sachlich oder etwas lockerer klingen soll. Nenne die Branche und die Unternehmenskultur.
Schritt 4 -- Einschränkungen setzen. Verbiete Floskeln wie "Mit großem Interesse..." oder "Hiermit bewerbe ich mich...". Fordere konkrete Zahlen und Beispiele statt allgemeiner Aussagen.
Beispiel-Prompt
"Schreibe ein Anschreiben für die folgende Stelle [Stellenanzeige einfügen]. Ich bin seit drei Jahren als Online-Marketing-Manager tätig. Meine wichtigsten Erfolge: SEO-Traffic um 120 % gesteigert, Google-Ads-Budget von 50.000 EUR monatlich verantwortet, Conversion-Rate der Landingpages um 35 % verbessert. Schreibe sachlich und professionell, keine Floskeln. Der erste Satz soll einen konkreten Erfolg nennen. Halte das Anschreiben auf eine DIN-A4-Seite."
Tipps für den ersten Satz im Anschreiben findest du auf unserer separaten Seite -- diese Formulierungen kannst du auch als Vorgabe in deinen Prompt einbauen.
Was KI gut kann -- und was nicht
Stärken
- Schreibblockaden überwinden. Wenn du vor einem leeren Dokument sitzt, liefert KI einen Startpunkt. Du musst nicht bei null anfangen, sondern kannst einen Entwurf überarbeiten.
- Struktur vorgeben. KI-Tools halten sich zuverlässig an den klassischen Anschreiben Aufbau: Einleitung, Hauptteil, Schlusssatz.
- Formulierungen variieren. Du kannst dasselbe Anschreiben in verschiedenen Tonlagen generieren lassen und die beste Version auswählen.
- Rechtschreibung und Grammatik. KI-Texte sind in der Regel fehlerfrei -- ein Vorteil gegenüber schnell getippten eigenen Entwürfen.
Schwächen
- Fehlende Authentizität. KI-Texte klingen oft glatt und austauschbar. Personaler, die täglich Bewerbungen lesen, erkennen den typischen KI-Stil zunehmend.
- Erfundene Details. Sprachmodelle halluzinieren gelegentlich -- sie erfinden Firmennamen, Projekte oder Qualifikationen, die es nicht gibt. Prüfe jeden Fakt.
- Standardphrasen. Ohne gezielte Anweisung greifen KI-Tools auf genau die Floskeln zurück, die du vermeiden solltest. Weitere Hinweise zu überzeugenden Anschreiben Formulierungen helfen dir beim Nachbessern.
- Kein Insiderwissen. KI kennt weder die Unternehmenskultur noch dein persönliches Profil im Detail. Diesen individuellen Touch musst du selbst ergänzen.
KI-Anschreiben nachbearbeiten: Checkliste
Ein KI-generiertes Anschreiben ist ein Rohbau, kein fertiges Haus. Diese Punkte solltest du vor dem Absenden prüfen:
1. Persönliche Details stimmen. Stimmen Name, Adresse, Ansprechpartner und Stellenbezeichnung? KI-Tools setzen hier gerne Platzhalter ein, die leicht übersehen werden.
2. Konkretes statt Allgemeines. Ersetze vage Aussagen durch echte Zahlen, Projektnamen und Ergebnisse aus deinem Lebenslauf. Statt "umfangreiche Erfahrung im Projektmanagement" schreibe "drei Jahre Projektleitung mit Budgets bis 200.000 EUR".
3. Floskeln streichen. Durchsuche den Text nach Phrasen wie "dynamisches Umfeld", "spannende Herausforderung" oder "neue berufliche Perspektive". Ersetze sie durch Sätze mit Substanz.
4. Unternehmensbezug prüfen. Hat die KI etwas Falsches über das Unternehmen geschrieben? Prüfe Produkte, Standorte und aktuelle Projekte.
5. Ton anpassen. Lies das Anschreiben laut vor. Klingt es nach dir oder nach einem Textgenerator? Passe Satzbau und Wortwahl an deinen natürlichen Stil an.
6. Format kontrollieren. Stimmen Layout, Formatierung und Briefkopf? KI-Tools liefern reinen Text, die visuelle Gestaltung musst du selbst übernehmen -- oder eine fertige Vorlage nutzen.
Erkennen Personaler KI-Anschreiben?
Ja, zunehmend. Erfahrene Personaler berichten von wiederkehrenden Mustern in KI-generierten Texten: gleichförmiger Satzbau, fehlender persönlicher Bezug und eine auffällig glatte Sprache ohne Ecken und Kanten. Manche Unternehmen setzen bereits eigene KI-Tools zur Erkennung ein.
Das bedeutet nicht, dass du KI nicht nutzen solltest. Es bedeutet, dass du den Output grundlegend überarbeiten musst. Ein Anschreiben, das offensichtlich von einer KI stammt und unbearbeitet abgeschickt wurde, hinterlässt denselben Eindruck wie ein Serienschreiben: wenig Mühe, wenig Interesse.
Der beste Ansatz: Nutze KI für den Entwurf und die Struktur, aber schreibe die persönlichen Passagen selbst. Besonders die Einleitung und der Schlusssatz sollten deine eigene Stimme tragen.
KI-gestütztes Anschreiben -- Nachbearbeitetes Beispiel
Dieser Text wurde mit KI erstellt und anschließend mit echten Zahlen, persönlichem Bezug und einem individuellen Schlusssatz überarbeitet.
Betreff: Bewerbung als Senior Content Manager

Häufige Fragen zum Anschreiben mit KI
Darf man ein Anschreiben mit ChatGPT schreiben?
Ja. Es gibt kein Gesetz und keine Bewerbungsnorm, die den Einsatz von KI-Tools verbietet. Entscheidend ist das Ergebnis: Wenn dein Anschreiben überzeugt, ist es irrelevant, welches Werkzeug du genutzt hast. Allerdings trägst du die volle Verantwortung für den Inhalt -- überprüfe jeden Fakt und jede Angabe.
Welcher KI-Anschreiben-Generator ist der beste?
Das kommt auf deine Anforderungen an. Spezialisierte Builder wie unserer liefern strukturierte Ergebnisse mit korrektem Format und DIN-5008-Konformität. Allgemeine Sprachmodelle wie ChatGPT bieten mehr Flexibilität, erfordern aber bessere Prompts und manuelle Formatierung. Für die meisten Bewerber ist ein Anschreiben-Builder der schnellste Weg.
Wie verhindere ich, dass mein Anschreiben nach KI klingt?
Drei Maßnahmen helfen: Erstens, ersetze alle vagen Formulierungen durch konkrete Zahlen und Erfahrungen. Zweitens, schreibe mindestens die Einleitung und den Schlusssatz selbst. Drittens, lies den Text laut vor und ändere jeden Satz, der nicht nach dir klingt. Unsere Seite zu Anschreiben Formulierungen liefert dir authentische Satzbausteine als Alternative zu KI-Phrasen.
Kann KI auch die Betreffzeile und den Briefkopf erstellen?
KI-Tools generieren in der Regel nur den Fließtext. Für die korrekte Betreffzeile, den Briefkopf, die Adresse und das Datum solltest du eine professionelle Vorlage nutzen oder unsere Leitfäden zu diesen Themen lesen.
Lohnt sich KI auch für Initiativbewerbungen?
Ja, besonders hier. Bei einer Initiativbewerbung gibt es keine Stellenanzeige als Vorgabe, was das Schreiben erschwert. KI kann auf Basis deiner Berufserfahrung und einer Unternehmensbeschreibung einen überzeugenden Entwurf liefern, den du dann individuell anpasst.